Kleine Tiere, große Schmerzen Im Garten lauert die Grasmilbe

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Die Gras- oder Herbstmilbe ist in Deutschland für den Menschen ungefährlich. Ihre Bisse können jedoch bis zu zweieinhalb Wochen jucken. Wie kann man sich vor den lästigen Plagegeistern schützen?

Die Grasmilben sind unterwegs. Schon Ende Juli haben sie dieses Jahr zugestochen. Eigentlich viel zu früh. Sonst sind die Plagegeister erst später unterwegs, nicht umsonst nennt man sie auch Herbstmilben. Sie überleben den Winter im Boden. Wenn es nicht früh und schnell genug durchfriert, haben die Spinnentiere genug Zeit, um in tiefere Schichten zu krabbeln.

Früher als sonst

Die Grasmilbe lauert an der Spitze von Grashalmen auf ihr nächstes Opfer. Wenn sie eine freie Körperstelle erwischt, beißt sie zu, sondert Enzyme ab und schlürft die Blut-Speichel-Mischung wie einen Longdrink. Den Biss spüren wir aber nicht. Denn das Tier sondert beim Saugen auch schmerzhemmende Substanzen ab. Nach sechs bis acht Stunden ist die Milbe satt und lässt sich fallen. Dann häutet sie sich und wird von einer Larve zur Nymphe. Für den Menschen beginnt dann das große Jucken.

Die Grasmilbe hat beim Biss besonders stabile Enzyme in die Wunde abgesondert. Deshalb halten die Schmerzen besonders lange an, manchmal bis zu zweieinhalb Wochen und die Biss-Stelle sieht auch ohne allergische Reaktionen übel aus. Die Quaddeln können bis zu 1 cm groß sein und sie sind erhaben. Die bekannten Antihistaminika wirken kaum. Aber, beruhigt die Heidelberger Allgemeinärztin Sabine Koschoreck, die Tiere sind nicht gefährlich. Doch sie sind lästig, besonders, weil sich die Milben gerne empfindliche Stellen am Körper aussuchen.

Ungefährlich, aber lästig

In Asien kann der Biss durchaus ernste Folgen haben. Dort kann die Grasmilbe das Tsutsugamuschi-Fieber auslösen. Weil das Tierchen bei uns zwar lästig aber doch ungefährlich ist, war der Forschungsdruck bislang gering wie auch Thomas Braunbeck, Zoologe an der Uni Heidelberg bestätigt. Bislang weiß man wenig und so lange gibt es auch kein Mittel gegen die Grasmilben.

Ein kleiner Junge stützt sich während des Fußballspiels mit einem Fuß auf dem Ball ab. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Was hilft ist, den Rasen kurz zu halten und ihn am besten mit langen Hosen zu betreten Thinkstock -

Am besten sollte man den Rasen kurz halten und ihn nur mit langen Hosen betreten, die Socken über die Hosenbeine gestülpt. Die Kleidung sollte nach dem Tag im Freien gleich in die Wäsche und der Träger unter die Dusche. Bekämpfen lässt sich die Grasmilbe zwar nicht, aber immerhin fernhalten, zum Beispiel mit den bekannten Insektenschutzmitteln. Zum Beispiel mit DET, Diethyltoluamid, das ist ein Repellent. Diesen Stoff mögen die Milben überhaupt nicht und halten sich fern davon.

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