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Ein verliebtes Paar hält Händchen im Restaurant

Der Geschmack der Worte Süße Komplimente wirken

"Du bist so süß" - geschmackvolle Worte wie "süß, sauer, scharf" wirken auf unser Gegenüber besonders gut, gehen direkt ins Gehirn und ins Gefühl. Das zeigt eine neue Studie der Freien Universität Berlin und der Universität Princeton. Also lieber "scharf" oder "süß" als einfach nur "nett", "klug" oder "schön"? Vielleicht eine gute Anregung für das nächste Date ...

Sie sollten sich wirklich mal überlegen, wie Sie in Zukunft Ihre Sätze formulieren. Sie können sagen: "Die Trennung war schlecht für ihn." Oder Sie können es so formulieren:
"Die Trennung war bitter für ihn." Sie können Ihrem Hasilein folgendes ins Ohr flüstern: "Du bist sehr nett." Oder es geht auch anders: "Du bist so süß.":

Süß ist besser als nett

Paar am Bahnhof, Frau im Zug hält Gesicht des Mannes in den Händen

Lasst Blumen sprechen oder...

Immer dann, wenn Sie in einem Satz Wörter benutzen, die etwas mit dem Geschmack zu tun haben wie bitter, salzig oder süß, und immer dann, wenn Sie mit diesen Wörtern Emotionen und Gefühle kennzeichnen oder ausdrücken oder mitteilen wollen, dann üben Sie beim Adressaten eine sehr nachhaltige Wirkung aus. Das haben Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und der Universität Princeton herausgefunden.

Die Wissenschaftler legten ihren Versuchspersonen einfache Sätze vor, die sich in lediglich einem Wort unterschieden, Sätze wie die: "Sie bekam ein süßes Kompliment." Oder:
"Sie bekam ein nettes Kompliment."

Süße Worte gehen ins Gehirn

Die Versuchspersonen mussten die einzelnen Sätze still lesen, dann wurde die Aktivität in bestimmten Gehirnregionen gemessen, das heißt: Es wurde analysiert, in welchen Gehirnregionen mehr Sauerstoff verbraucht wurde als in anderen, höherer Sauerstoffverbrauch bedeutet mehr Aktivität. Das Ergebnis: Wörter wie bitter, salzig oder süß aktivierten zum einen Gehirnregionen, die mit dem Schmecken zu tun haben.


Geschmackvolle Sprache

Grafik eines menschlichen Gehirns

Emotionale Wörter wirken stärker beim Adressaten

Darüberhinaus werden aber auch solche Gehirnregionen aktiviert, die mit Emotionen zu tun haben. Und immer dann, wenn mehrere Gehirnregionen miteinander vernetzt sind, dann werden zu merkende Inhalte besonders gut behalten oder sie üben eine besonders große Wirkung aus.

Da Wörter aus dem Geschmacksbereich Emotionen und sinnliche Erfahrungen miteinander verkoppeln, sind sie also besonders effektiv und wirksam – das vermuten die Forscher. Und das zeigt wieder einmal: Die Hirnforschung bestätigt längst Bekanntes: je größer der emotionale Gehalt von sprachlichen Ausdrücken, desto größer die Wirkung beim Adressaten. Wer hätte das gedacht. Also sollte man ein Auto so beschreiben: "Scharfes Gerät!" Oder auch so: "heiße Kiste!". Und man könnte diesen Beitrag auch folgendermaßen einordnen: "Das war ein wirklich scharfer Beitrag!"
Danke!

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