"Gradwanderung" Fieber senken: Ja oder Nein?

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Typische Situation: Erkältung mit Husten, Schnupfen und Fieber. Bettruhe ist angesagt. Nun stellt sich für viele die Gretchenfrage: Soll man das Fieber mit Medikamenten senken oder es einfach mal aushalten?

Fieber -unterdrücken oder besser nicht? (Foto: © Colourbox.com -)
Fieber -unterdrücken oder besser nicht? © Colourbox.com -

Was ist Fieber?

E gibt ein häufiges Missverständnis. Viele glauben, Fieber sei die eigentliche Krankheit - dabei ist es eine Reaktion unseres Immunsystems auf eingedrungen Keime, eine Begleiterscheinung der Infektionsabwehr. Die Fähigkeit, bei Infektionen die Temperatur zu erhöhen, ist ein Teil der angeborenen Immunantwort und hat sich vermutlich schon vor 600 Millionen Jahren entwickelt. Fieber ist auch in der Tierwelt weit verbreitet.

Fieber senken?

Bildmontage: Virus, Medikamente und ein Fieberthermometer (Foto: Getty Images, Thinkstock - Montage: SWR)
Was tun bei Fieber? Thinkstock - Montage: SWR

Die Abläufe, die letztlich zum Fieber führen, sind komplex. Vereinfacht dargestellt spielt sich folgendes in unserem Körper ab: Die Monozyten, eine Unterart der weißen Blutkörperchen, beginnen zu arbeiten und schütten fiebererzeugende Stoffe aus. Diese werden Pyrogene genannt und alarmieren den Hypothalamus. Diese spezielle Hirnregion überwacht die Körpertemperatur und verstellt - wie ein Heizungsthermostat - die Körpertemperatur beim Menschen auf bis zu 41 Grad. Fieber ist also ein Symptom unseres Organismus, das zeigt, dass er sich gegen die Erkältung wehrt, und deshalb eigentlich positiv. Die Wirkung ist dann einfach: durch die erhöhte Temperatur sollen die Fremdkörper abgetötet werden.

Regulierung der Körpertemperatur

Zusätzlich stellt der Körper die Blutgefäße enger. Dadurch sehen die Betroffenen blass aus, haben kalte Hände und Füße. Fieber ist allerdings mehr als eine reine Temperaturregulation - es zwingt den Betroffenen auch zur Ruhe. So schützt es indirekt vor Folgeerkrankungen wie der Herzmuskelentzündung, die durch zu hohe Aktivität bei Grippeinfektionen ausgelöst werden kann.

Hausmittel bei Fieber

Fieber ist also eine Methode unseres Organismus, sich gegen die Krankheit zu wehren. Heute sieht man von der generellen Gabe fiebersenkender Mittel ab. Viele Ärzte behandeln je nach Diagnose der eigentlichen Erreger und verzichten auch schon mal darauf, fiebersenkende Medikamente zu verschreiben. Zur Unterstützung der Immunabwehr gibt es verschiedene Hausmittel, die die den Körper bei seinem Selbstheilungsprozess unterstützen.

Fieber senken: Alternativen

Wichtig ist es, viel zu trinken, denn der Körper verliert durch seine Überhitzung mehr Flüssigkeit als sonst. Zugleich soll man einen Wärmestau zu vermeiden. Bei heißer Haut helfen feuchte, kühle Umschläge, die gerne auch mit einem Spritzer getränkt sein dürfen - dieser begünstigt die Verdunstung und damit das Abkühlen der Haut.

Mann mit Tablette und Glas in den Händen (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Gesundheit aus dem Wasserglas? Thinkstock -

Da fiebersenkende Mittel, sog. Antipyretika, eine belastende Wirkung auf die Leber haben können und für manche Patienten gefährlich sind, kann es gesünder sein, auf sie zu verzichten.

Doch nicht alle Infektionen kann man einfach "ausschwitzen". Bei bestimmten Infektionen, etwa Streptokokken, sollte auf fiebersenkende Medikamente nicht verzichtet werden. Deshalb sollte immer ein Arzt konsultiert werden.

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