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SWR2 Wissen Opalmenschen

Vom Hoffen, Suchen, Finden und Verlieren

Er kommt aus der Hitze und der Einsamkeit. Jene, die ihn suchen, lockt er mit unsterblicher Hoffnung. Manchmal schenkt es das Glück des Lebens. Manchmal straft er den Suchenden mit großem Leid.

Friedhof in der Opalsiedlung Andamooka in Südaustralien.

Friedhof in der Opalsiedlung Andamooka in Südaustralien.

Dieser Edelstein ist unberechenbar. Es gibt kein Instrument, mit dem man ihn orten könnte. Und er ist das Glück – oder je nachdem das Unglück – des Einzelgängers. Dieser Edelstein ist nämlich der einzige, der quasi im Alleingang abgebaut wird.



Glück des kleinen Mannes

Während das Schürfen aller übrigen Edelsteine von Firmen oder vom Staat kontrolliert wird, ist dies beim Opal völlig anders. Bis heute ist das Opalsuchen eine Sache des kleinen Mannes. Du kaufst Dir die nötige Ausrüstung, mietest einen Claim und du kannst morgen schon anfangen. Schon morgen kannst du sehr reich sein. Oder du arbeitest jahrelang und findest kaum etwas oder gar nichts. Es gibt Menschen, die ein Leben lang auf der Suche nach dem Regenbogenstein sind. Und ein Leben lang arm bleiben. Andere werden an einem einzigen Tag zum Millionär.

Die Menschen, die man hier findet auf den Feldern, die sind genau so farbvoll, wie der Stein selbst.

Der 82jährige Martin Dins in seiner Mine in Andamooka. (Archivfoto 2009)

Der 82jährige Martin Dins in seiner Mine in Andamooka. (Archivfoto 2009)

In einem schmalen Loch am Fuß einer 15 Meter tiefen Grube liegt der 82jährige Martin Dins. Er ist möglicherweise der älteste noch aktive Opalschürfer Australiens. Auch er stemmt sich mit einem Presslufthammer gegen die Opalschicht und schaufelt das herausgebrochene Material mühsam in eine Schubkarre.

Martin Dins wanderte vor 50 Jahren aus Pommern nach Australien aus. Er steht für eine ganze Generation von Glückssuchern, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Europa auf die Opalfelder zogen. – Die Boomzeit ist vorbei. Das Durchschnittsalter der Miner hoch. Die Jungen arbeiten lieber zu einem fixen Lohn in den Uran-, Kupfer- und Goldminen der Gegend.


Opalfund von Martin Dins.

Opalfund von Martin Dins.

Wie eine Droge

"Opal ist eine Droge. Wenn dich dieser Stein mal «vergiftet» hat, wenn Du mal etwas gefunden hast, bist du verloren. Opal ist wirklich völlig unberechenbar. Einmal arbeitete ich volle neun Monate lang und fand absolut nichts. Rein nichts. Dann wird das Leben schwierig. Du musst ja Treibstoff kaufen und Essen. Aber du hoffst dann stets: Morgen wird es passieren, morgen findest du." (Martin Dins)

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