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Mit viel Rummel ist eine neue Metastudie vorgestellt worden, die belegen soll, dass Mobilfunk-Strahlung und WLAN-Strahlung Insekten schadet und ein Faktor beim Insektensterben ist. Auftraggeber ist der Naturschutzbund Baden-Württemberg und der Verein Diagnose Funk. SWR-Wissenschaftsredakteur Uwe Gradwohl hat sich mit der Metastudie auseinandergesetzt und sich über die Schlussfolgerungen doch sehr gewundert.

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Keine neuen Erkenntnise, lediglich eine Zusammenfassung

Sein Fazit: die vorgelegte "Meta-Studie" sei nicht, wie angekündigt und zu erwarten, eine Gesamtschau in der die Ergebnisse der EInzelstudien so zusammengeführt würden, dass daraus neue Erkenntnisse gewonnen werden könnten. Bei der vorliegenden Studie handele es sich also lediglich um eine Übersicht des aktuellen Stands der Forschung.

Allerdings schreibe das der Autor der Studie in seinem Text auch, so Gradwohl – die Pressemeldung von NABU und Diagnose Funk unterschlage diese Information.

Bestätigung der Studienergebnisse steht noch aus

Der Autor erkläre in der Studie weiter, dass viele Ergebnisse einzelner Studien noch wissenschaftlich von anderen Studein bestätigt werden müssten und Daten würden teilweise fehlen.

Kein nachgewiesener Effekt – keine Publikation?

Außerdem warnt er vor einer Publikationsverzerrung: bei vielen Studien würden lediglich die weitergeführt und am Ende publiziert, die auch Effekte nachweisen würden – eine Studie, die keine Effekte nachweist wird häufiger vor Veröffentlichung beendet und kann also nicht bei einer solchen Auflistung miteinbezogen werden.

Zu behaupten, dass mit dieser Studie bewiesen sei, dass „Mobilfunk und WLAN-Strahlung de Fluss von Calcium-Ionen im Insektenkörper so beeinflussen, dass Fortpflanzung und Orientierung darunter leidet“, sei falsch. Es dränge sich allerdings der Eindruck auf, dass damit das Thema Insektensterben von den Mobilfunkskeptiker*innen gekapert werden solle.

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