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Fachkräfte verzweifelt gesucht – Was gegen die Personalnot hilft

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Geli Hensolt
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Candy Sauer

Der Fachkräftemangel ist bereits groß. Was dagegen helfen könnte: 4-Tage-Woche, Azubis aus dem Ausland, länger arbeiten, mehr Wertschätzung für Handwerk und Sozialberufe.

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Mindestens 400.000 Menschen aus dem Ausland braucht Deutschland jährlich, um den Fachkräftemangel auszugleichen – gleichzeitig muss das inländische Potenzial stärker als bisher gehoben werden. Dabei geht es vor allem um Qualifizierung. Um junge Menschen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, oder Ausbildungs- oder Studienabbrecher.

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Wo fehlen besonders viele Fachkräfte?

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln untersucht regelmäßig, in welchen Branchen besonders viele Fachkräfte fehlen. Zu den Top 10 gehören:

  • Sozialpädagogische Fachleute in der Schulsozialarbeit, in der Jugend- und Kinderarbeit oder in den Altenheimen
  • Erzieherinnen und Erziehern
  • Altenpflegefachkräfte
  • Bauelektrik
  • Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
  • Kraftfahrzeugtechnik.

Fachkräfte aus dem Ausland anwerben

Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, mehr Menschen aus Ländern außerhalb der EU für eine Arbeit in Deutschland zu gewinnen und will die Hürden für Zuwanderung deutlich senken. Die Wirtschaft lobt die Initiative, fordert aber auch: Damit wirklich mehr Menschen auf den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden, müssen die Strukturen im Ausland, aber auch hier verbessert werden. Dazu kommt: Zu viele, die zuwandern, gehen wieder zurück in ihre Heimatländer, weil es hierzulande an einer Willkommenskultur fehle oder weil ihnen die deutsche Bürokratie zu schaffen mache.

Mehr Frauen in Erwerbstätigkeit bringen

Um der Personalnot in vielen Branchen entgegenzuwirken, wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer wichtiger. Das Beratungsunternehmen Prognos rechnet im Auftrag des Bundesfamilienministeriums vor: Würden 2,5 Millionen derzeit in Teilzeit erwerbstätige Mütter ihre Wochenarbeitszeit um jeweils nur eine Stunde erhöhen, dann entspräche das rund 70.000 Vollzeit-Stellen. Das Problem: Viele Frauen können nicht mehr arbeiten, weil Fachkräfte in den Kitas und Schulen fehlen. Die Katze beißt sich in den Schwanz. In der Praxis müssen daher viele Eltern momentan eher Arbeitszeit reduzieren. Denn wegen Personalmangel verkürzen immer mehr Einrichtungen ihre Öffnungszeiten.

Image von (Handwerks-)Berufen verbessern

Viele Berufe, gerade im Handwerk, haben kein besonders attraktives Image. Studien, zum Beispiel von der Bertelsmann-Stiftung, zeigen allerdings: Wenn die gesellschaftliche Wertschätzung steigt, steigt auch das Interesse an einem Beruf. Auch das kann eine Stellschraube sein, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Das sieht man etwa am Beispiel der Sanitär, Heizung- und Klimatechnik. Die Branche ist bei Jugendlichen beliebter geworden – auch, weil sie sich als Klimaretter ein neues Image verpasst hat.

Attraktive Arbeitszeitmodelle wie die 4-Tage-Woche

Ein Beispiel aus Überlingen zeigt, dass neue Arbeitszeitmodelle attraktiv für Mitarbeitende und Betriebe sein können. Alfred Keller, Chef des Sanitärbetriebs Keller, erzählt:

"Wir machen seit einigen Jahren eine 4-Tage-Woche – nicht nur für die Facharbeiter und die Meister, sondern auch für die Auszubildenden. Wir arbeiten in den Baustellenteams von Montag bis Donnerstag. Somit haben die Jungs Freitag frei, können die Freizeit besser gestalten und haben viel mehr Möglichkeiten."

Das Modell, das Alfred Keller anbietet, scheint attraktiv und hat sich herumgesprochen: Für zwei offene Stellen hatte Keller 2022 mehr als zehn Bewerber, erzählt er nicht ohne Stolz. Die 4-Tage-Woche sei aber nur einer der Gründe, warum sein Unternehmen so beliebt ist, meint er, und berichtet u. a.:

"Das Paket ist sehr, sehr wichtig. Zum einen ist wichtig, dass wir heute mit den jungen Leuten auf Augenhöhe kommunizieren."

Lara Keller, die Tochter des Firmeninhabers, ergänzt:

"Die Mitarbeiter sind zufriedener. Die Sache war auch immer: An dem Freitag hatte man immer nur den halben Tag, da war die Produktivität natürlich nicht so hoch wie an den anderen vier Tagen. Dadurch, dass das auf die anderen vier Tage aufgeteilt wurde, hat man einfach eine Produktivitätssteigerung gehabt. Und durch diesen Erholungstag am Freitag konnten alle motiviert und erholt am Montag wieder arbeiten."

Mitarbeitersuche auf Social Media

Auch Sandra Mayer-Wörner arbeitet im Unternehmen der Eltern mit, einem Handwerksbetrieb für Rollladen- und Sonnenschutztechnik in Pfullingen.

Sechs Stellen für Fachkräfte und Azubis hat Sandra Mayer-Wörner momentan auf ihrer Homepage ausgeschrieben. Die Wunschliste der Unternehmerin, ist lang – und der Frust groß. 2007 ist sie ins Geschäft ihrer Eltern eingestiegen, hat eine Ausbildung zur Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikerin gemacht, mittlerweile ist sie Meisterin.

Die 36-Jährige investiert viel, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Sie ist mit selbst gedrehten Clips auf Instagram aktiv und macht als Ausbildungsbotschafterin der IHK in den Schulen Werbung fürs Handwerk. In den vergangenen zwei Jahren hat sie allerdings keine einzige Bewerbung für einen Ausbildungsplatz bekommen, erzählt sie. Und jetzt haben auch noch zwei Mitarbeiter gekündigt.

Jetzt aber: ein kleiner Lichtblick. Gleich hat Sandra Mayer-Wörner ein Bewerbungsgespräch. Wenn das klappt und sie zumindest eine ihrer freien Stellen besetzen könnte, wäre das wie ein Sechser im Lotto, sagt sie. Und tatsächlich: Die Juniorchefin kann endlich Erfolg vermelden.Ihr Engagement auf Instagram hat sich ausgezahlt: Der Bewerber hat zugesagt; noch im Frühling soll er im Betrieb anfangen.

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Dieter Westerkamp, Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI)

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Ausländische IT-Fachkräfte anwerben – die Union hält das für den falschen Weg. In Nordrhein-Westfalen, wo gerade der Landtagswahlkampf anläuft, gibt der dortige CDU-Vorsitzende und Spitzenkandidat Jürgen am 9. März die Parole aus „Kinder statt Inder“.
Es hagelt Proteste, Rüttgers wird Rassismus vorgeworfen. Auch wird ihm vorgehalten, in seiner Amtszeit als Bundesforschungs- und "Zukunfts-"Minister zu wenig für den IT-Nachwuchs getan zu haben. Doch Rüttgers verteidigt tags darauf seine Wortwahl im Interview mit SWR1 und gibt die Schuld der Industrie, die zu wenige Fachkräfte ausgebildet habe.
Am selben Tag wird auch erst bekannt, wie die Greencard-Idee konkret umgesetzt werden soll. Sie ist - wegen der zeitlichen Befristung - nicht wirklich vergleichbar mit dem US-Vorbild und bleibt auch hinter den Erwartungen der Wirtschaft zurück.

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