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Mehrere tausend Menschen haben am Maifeiertag 2009 einen Aufmarsch der rechtsextremen «Initiative Süd West» in Mainz friedlich verhindert

Nationales Traumaregister 1. Mai - der gefährlichste Tag des Jahres

"Hinaus zum 1. Mai" lautete früher das Motto der Gewerkschaften zum Tag der Arbeit. Mittlerweile hält sich der Zulauf zu den Maikundgebungen in Grenzen. Vielmehr nutzen Familien diesen Feiertag zu Ausflügen, Picknicks im Grünen und Spritztouren. Dabei sollte man am 1. Mai vielleicht besser zu Hause bleiben. Denn an diesem Tag ereignen sich die meisten Unfälle mit Schwerverletzten.

Davor, dass man an diesem Tag von einem Maibaum erschlagen werden könnte, müsse man sich nicht fürchten, beruhigt Prof. Rolf Lefering von der Uni Witten/Herdecke mit ironischem Unterton. Aber am 1. Mai werden nach einer wissenschaftlichen Untersuchung tatsächlich die meisten Schwerverletzten in Krankenhäuser eingeliefert.

Kein Vergleich

Dieser Feiertag steht konkurrenzlos da. Weder Silvester noch Weihnachten haben es bei der Auswertung von 36.000 bei Unfällen Schwerverletzten in die Top Ten der gefährlichsten Tage geschafft, stellt Prof. Lefering mit Blick in die Statistik der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie fest.

Im Vergleich, der friedlichste Tag des Jahres laut Statistik ist der 28. Dezember. Denn die Weihnachtsfeiertage verbringen viele zu Hause. Im Unterschied zum ersten Mai. An diesem meist warmen Frühlingstag zieht es die Menschen ins Freie. Und das bleibt nicht ohne Folgen, vor allem bei der brisanten Mischung aus Motorradfahrern, Fußgängern und Fahrradfahrern.

Nicht nur am Vatertag, sondern auch beim Ausflug zum 1 .Mai ist oft Alkohol im Spiel

Nicht nur am Vatertag, sondern auch beim Ausflug zum 1 .Mai ist oft Alkohol im Spiel

Vor allem, wenn bei schönem Wetter Alkohol mit ins Spiel kommt. Selbst am ominösen Vatertag ereignen sich nicht derart viele Unfälle mit Schwerverletzten. Am 1. Mai fällt quasi der Startschuss für die Freiluftsaison. Im Sommer, so Rolf Lefering, verzeichnet das Trauma-Register doppelt so viele Schwerverletzte wie im Winter.

Sommer ist gefährlich

Auffallend ist auch, wann die Unfälle im Verlauf des Tages passieren, nämlich vor allem am Spätnachmittag und frühen Abend. Die Leute, die morgens irgendwohin gefahren sind, kommen abends dann etwas müde zurück nach Hause, beeilen sich vielleicht etwas mehr. Für die wissenschaftliche Untersuchung spielte ein Aspekt eine ganz wesentliche Rolle.

Und zwar die medizinische Betreuung außerhalb der regulären Dienstzeiten der Kliniken. Es konnte jedoch zumindest hier beruhigt festgestellt werden, dass die Versorgung zumindest in deutschen Krankenhäusern rund um die Uhr vergleichbar gut ist.

Mondlicht

Hat der Mond einen Einfluss auf das Unfallrisiko?

Nachgegangen ist man übrigens auch der Frage, ob der Mond auf das Unfallgeschehen einen Einfluss ausübt. Immerhin finden sich in der wissenschaftlichen Literatur darauf durchaus Hinweise.

Herausgekommen ist: Es zeigt sich überhaupt kein Effekt von Vollmondnächten auf die Gewalttätigkeit. Einen ganz, ganz dezenten Effekt erkennt man höchstens, dass an Neumondtagen ein paar mehr Fußgänger betroffen sind als am Vollmondnächten, was aber wahrscheinlich einfach nur mit Sichtverhältnissen zu tun hat.

Männliche Unfallopfer wesentlich häufiger

Ansonsten finden sich die Ursachen für Unfälle im menschlichen Verhalten. So steht fest, dass es sich bei den Motorradfahrern zu über 90 Prozent um männliche Unfallopfer handelt. Doch es sind nicht nur die "jungen Wilden", also unerfahrene Motorrad- oder Autofahrer, die im Straßenverkehr ein höheres Unfallrisiko aufweisen. Man sieht im Alter zwischen 40 und 50 noch mal einen Anstieg in den Zahlen.

zerquetschter PKW nach dem Unfall auf der A8 im Mai 2014

Zerquetschter PKW nach dem Unfall auf der A8 im Mai 2014

Doch man kann es drehen und wenden wie man will: Männer sind offenkundig das größte Unfallrisiko. Bereits ab dem Alter von etwa vier Jahren haben Jungs häufiger Unfälle und kommen schwerverletzt in Krankenhäuser als die Mädchen. Und da Zahlen angeblich nicht lügen, geraten die Hormone bei Männern am 1. Mai wohl besonders in Wallung.