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Elche wirken niedlich und tollpatschig und sind scheu. Und sie lieben Wasser: nicht nur zum Trinken, sondern sie schwimmen und tauchen auch gerne. Und das ziemlich tief! Das können sie nur, weil sie mit ihrer Nase einen besonderen Trick beherrschen.

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Mineralreiche Wasserpflanzen-Mahlzeit im See

6 Meter! So tief tauchen kann ein Elch. Das ist fast das Dreifache seiner eigenen Körpergröße. Aber warum macht er das eigentlich? Er frisst Wasserpflanzen. Die schmecken ihm nicht nur gut, der Elch kühlt sich im Wasser gleichzeitig ab. Das ist etwa so, als würden wir Menschen in der Badewanne frühstücken.

Beim Elch sieht das so aus: Für die Mahlzeit im See stellt er oder sie sich breitbeinig ins Wasser, taucht den Kopf unter – in Erwartung mineralreicher Wasserpflanzen. Hat er etwas gefunden, taucht er kauend wieder auf. Dann wieder ab, wieder auf und so weiter. Die Mahlzeit dauert … Schließlich wollen die etwa 500 Kilogramm gehalten werden.

Hilfreich: klappenförmiges Nasenloch

Gibt es im Flachen nichts Erstrebenswertes, taucht er eben ganz ab – bis zu sechs Meter tief. Er ist übrigens der einzige aus der Familie der Hirsche, der das kann – und zwar wegen seiner klappenförmigen Nasenlöcher, die er beim Tauchen verschließen kann. Ein Patent, das sich wohl noch kein Erfinder abgeschaut hat.

Zwei Drittel ihrer bis zu 30-jährigen Lebenszeit verbringen Elche im Wasser. Auch wenn sie in Waldgebieten zu Hause sind, haben Elche immer gern eine „Badewanne“ in der Nähe: einen Fluss, See oder Meerarm. Denn wenn selbst in den nördlichen Gegenden unserer Erde im Sommer Temperaturen über 20 Grad und stechende Insekten plagen, kann man sich wenigstens ins Wasser flüchten. Und dort tauchen Elche nicht nur nach Wasserpflanzen, sondern schwimmen auch – bis zu 20 Kilometer weit und bis zu 10 km/h schnell. Damit könnten sie einen Sport-Paddler in vollem Tempo überholen.

Pappel, Birke und Weide stehen ebenfalls auf dem Speiseplan

Kommt der Elch schließlich wieder an Land, wo er sich ja durchaus ein Drittel seiner Zeit aufhält, knabbert er junge Baumtriebe und Blätter von Pappeln, Birken und Weiden. Und die leiden: Ein ausgewachsener Elch verputzt an einem Tag schon mal bis zu 30 Kilo davon. Bei einer Million Elchen allein in Nord-Europa hat die Natur schon zu tun, mit dem Nachwachsen hinterherzukommen. Da sind wir doch – im Sinne unserer Wälder – vielleicht gar nicht so traurig, dass die stattlichen Kerle in unseren Breiten nur ab und zu mal über die polnische Grenze zu Besuch kommen – und wieder gehen.

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