STAND
AUTOR/IN

Audio herunterladen (52,6 MB | MP3)

Kilian Pfeffers Großvater war überzeugter Nationalsozialist. Nach 1945 gehörte er zu den wenigen, die seine Vergangenheit nicht verschwiegen. Als er in den 1960er-Jahren als Professor für Soziologie an die Universität Münster berufen wurde, ließ er eine studentische Vollversammlung einberufen. Er diskutierte mit den Studierenden, warum er Nationalsozialist war – und nun aber keiner mehr sei. So wurde es in der Familie erzählt.

Kilian Pfeffer wollte wissen: Was war mein Großvater, der 1971 starb, für ein Typ? Der Enkel hat in Archiven geforscht und mit Menschen gesprochen, die seinen Großvater erlebt haben. Je mehr er herausgefunden hat, desto komplexer wurde das Bild.

SWR 2019

Georg Pfeffer, der Onkel des Autors, vor einer Gedenktafel im KZ Sachsenhausen (Foto: SWR, SWR - Kilian Pfeffer)
Georg Pfeffer, der Onkel des Autors und dessen wichtigster Gesprächspartner, vor einer Gedenktafel im KZ Sachsenhausen. SWR - Kilian Pfeffer Bild in Detailansicht öffnen
Karl Heinz Pfeffer, seine Ehefrau und seine vier Kinder in den 1940er Jahren. Unten links ist Georg Pfeffer. SWR - Kilian Pfeffer Bild in Detailansicht öffnen
Großvater Karl Heinz Pfeffer mit seiner Ehefrau und den Kindern Anfang der 1950er Jahre. Georg Pfeffer ist oben rechts mit Brille. SWR - Kilian Pfeffer Bild in Detailansicht öffnen
William Macmahon Ball (1901-1986), Dozent an der Universität Melbourne, Australien, und damaliger Freund Karl-Heinz Pfeffers, unternahm 1938 eine Europareise. Wöchentlich schickte er Kommentare zur internationalen Politik, die der australische Radiosender ABC sendete. SWR - Kilian Pfeffer Bild in Detailansicht öffnen
Notizen von William Macmahon Ball während eines Besuches im Konzentrationslager Sachsenhausen 1938. Karl-Heinz Pfeffer hatte den Besuch im KZ arrangiert. Der Radiokommentar, den Ball anschließend verfasste, zeigt, dass er das, was ihm dort erzählt wurde, nicht unhinterfragt glaubte. SWR - Kilian Pfeffer Bild in Detailansicht öffnen

Parlamentsdebatten 1931 bis 1933 Der Reichstag vor Hitler

Die Weimarer Republik war die erste parlamentarische Demokratie in Deutschland. In bisher unveröffentlichten Tonaufnahmen der Parlamentsdebatten wird ihr Scheitern erfahrbar.
 mehr...

Archivradio-Gespräch Der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess in Originaltönen

Ab 1945 saßen die führenden Nationalsozialisten auf der Anklagebank des Internationalen Militärgerichtshofs. Sie mussten sich für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten.  mehr...

SWR2 Wissen: Archivradio-Gespräch SWR2

Stolpersteine Johann Dötsch: "Das deutsche Volk wird sich noch wundern"

Ein Sozialdemokrat, der sich trotz Schutzhaft, Konzentrationslager und Todesmarsch nicht mundtot machen ließ. Johann Dötsch gründete nach dem Krieg die SPD in Koblenz neu und erlebte noch die ersten freien Wahlen.  mehr...

Widerstand im "Dritten Reich" (2/2) Zivilcourage im Nationalsozialismus

Ein verweigerter Hitler-Gruß, ein übermaltes Propaganda-Plakat – es gab Menschen, die sich im Kleinen den Nazis widersetzten. Was zeichnet ihren Widerstand aus und wie groß war er?  mehr...

SWR2 Wissen SWR2

23.5.1960 Israel gibt Festnahme Adolf Eichmanns bekannt

Am 23. Mai 1960 gibt Israels Premierminister David Ben Gurion die Verhaftung Adolf Eichmanns bekannt. Der israelische Geheimdienst Mossad hatte den Organisator des Massenmords an den Juden in Argentinien aufgespürt, entführt und nach Israel gebracht.  mehr...

Extremismus Rechtsterrorismus in Deutschland – Von der Nachkriegszeit bis heute

Am Jahrestag des rechtsextremen Anschlags in Hanau mit neun Opfern fragen viele, ob Staat und Gesellschaft Nazi-Terror lange verharmlost haben. Ein Blick in die Geschichte Deutschlands zeigt: ja.  mehr...

SWR2 Wissen SWR2

Frankfurter Auschwitz-Prozess

25.3.1961 Generalstaatsanwalt Fritz Bauer fordert Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen

25.3.1961 | In einem Interview aus dem Jahr 1961 erklärt der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, warum es notwendig sei, die Naziverbrechen gerichtlich aufzuarbeiten.  mehr...

17.9.1964 Der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess: Vernehmung

17.9.1964 | Am 20. Dezember 1963 begann im Frankfurter Römer der größte Strafprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte. Angeklagt waren 23 Mitglieder der Lagermannschaft im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz. Initiator dieses ersten Auschwitz-Prozesses war der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Ausgangspunkt waren aufgetauchte Erschießungslisten, die Bauer zugespielt worden waren. Der Mitschnitt dokumentiert die Vernehmung von Mitgliedern der Fahrbereitschaft am 17. September 1964.  mehr...

Archivradio-Gespräch Die Tonbandmitschnitte des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses 1963 bis 1965

Die „Auschwitz-Tonbänder“ sind die übrig gebliebenen Tonbandmitschnitte vom ersten Auschwitz-Strafprozess 1963 bis 1965 in Frankfurt am Main. Das Gericht ließ primär die Zeugenaussagen mitschneiden, um später Unentschiedenheiten beim Erstellen des Gerichtsprotokolls auszuräumen. Denn die Zeugen waren Überlebende des Vernichtungsterrors und sprachen leise, manche in gebrochenem Deutsch. Warum ausgerechnet diese zwei Regalmeter an Bändern von einem fast 200 Tage dauernden Marathonprozess übrig blieben, kann auch der Experte für dieses Tonmaterial im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Johann Zilien, nicht erklären. Maximilian Schönherr im Gespräch mit Johann Zilien am 20. März 2014.  mehr...

Geschichte: aktuelle Beiträge

Wissenschaftsgeschichte Die Tiefsee-Expedition Valdivia – Ein Forschungsabenteuer 1898

Im Juli 1898 beginnt die erste deutsche Tiefsee-Expedition. Ihr Ziel: die Mysterien in den dunklen Weiten der Weltmeere zu enträtseln. Die Expedition ist ein Medienereignis und dauert neun Monate. Ihre spektakulären Funde sind bis heute bedeutsam für die weltweite Tiefseeforschung. Von Joachim Meißner. | Manuskript und Fotos von der Expedition: http://swr.li/valdivia | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: wissen@swr2.de | Folgt uns auf Twitter: @swr2wissen  mehr...

SWR2 Wissen SWR2

Diskussion Die belastete Moderne – Wie "braun" war die documenta?

Die Kasseler documenta ist seit 1955 die wichtigste Ausstellung für zeitgenössische Kunst weltweit. Die Bundesrepublik bewies damals mit moderner Kunst ihren freiheitlichen, westlich-demokratischen Geist. Eine ihrer Gründerfiguren, der Kunsthistoriker Werner Haftmann, war in den NS-Staat verwickelt und damit keine Ausnahme. Zeit also für Aufräumarbeiten an einem Nachkriegsmythos? Michael Köhler diskutiert mit Dr. Julia Friedrich - Museum Ludwig, Köln, Catrin Lorch -Kunstkritikerin, Süddeutsche Zeitung, Prof. Dr. Julia Voss, Kuratorin  mehr...

SWR2 Forum SWR2

Aula Antisemitismus | Judenhass ist ein Chamäleon, sagt Expertin Monika Schwarz-Friesel

Antisemitisches Denken ist in allen sozialen Schichten zu finden. Wie äußert sich Judenhass, welche verbalen und sozialen Codes spielen eine Rolle, welche Stereotype sind dominierend? Von Monika-Schwarz-Friesel, Antisemitismusforscherin und Kognitionswissenschaftlerin an der Technischen Universität Berlin. (SWR 2015/2021). | Manuskript und mehr zur Sendung: http://swr.li/antisemitismus | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: wissen@swr2.de | Folgt uns auf Twitter: @swr2wissen  mehr...

SWR2 Wissen: Aula SWR2