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Toilette

DVD-Tipp zum Welttoilettentag am 19.11. "Schöne Scheiße"

Pro Tag verbringt der Mensch durchschnittlich etwa zwanzig Minuten auf der Toilette. - Wenn er denn die Möglichkeit hat, eine Toilette zu benutzen. Doch leider haben 2,4 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt keinen Zugang zu ausreichenden Sanitäranlagen. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen den 19. November zum Welttoilettentag erklärt. Passend dazu ist jetzt die Wissensdokumentation "Schöne Scheiße – Entscheidend ist, was hinten rauskommt" als DVD beim Wissens-Verlag erschienen.

In der Facharztpraxis für Enddarmbeschwerden

Für viele ist der Toilettengang ein Tabuthema – besonders wenn es ums 'große Geschäft' geht. Das zeigt auch der Besuch in der Arztpraxis eines Proktologen: Hier werden vor allem Patienten behandelt, die Schwierigkeiten mit der Darmentleerung haben. Der Proktologe Thierry Puy-Montbrun erklärt, warum es wichtig ist, sich genügend Zeit für die Patienten zu nehmen:

"Der Besuch beim Proktologen fällt vielen Menschen schwer, weil er ein großes Tabu berührt: den Anus und die gesamte Problematik des Analen. Viele Frauen sagen, ein Besuch beim Gynäkologen sei leichter als ein Besuch beim Proktologen. Auch für Männer ist es schwierig, weil hier schnell Phantasien von Homosexualität ins Spiel kommen. All diese Elemente müssen berücksichtigt werden. Daher muss man sich bei der Untersuchung Zeit lassen, um die Befürchtungen der Patienten zu entkräften."

Cover der DVD "Schöne Scheisse - Entscheidend ist, was hinten rauskommt"

Passend zum Welttoilettentag am 19. November erscheint der Wissensfilm "Schöne Scheiße - Entscheidend ist, was hinten rauskonmmt" auf DVD.

Beistand vom Gott des Stuhlgangs

Japaner müssen bei Verdauungsproblemen nicht unbedingt zum Proktologen - sie können stattdessen um ganz speziellen göttlichen Beistand bitten: Vor allem ältere Menschen in Japan beten zum Gott des Stuhlgangs. Der hat sogar seinen eigenen Tempel. Um dem Gott ein Opfer zu bringen, wirft man ein Geldstück in ein Loch im Boden, das an eine japanische Toilette erinnert. Beim Tempel gibt es auch kleine Läden: Hier kann man geweihte Unterhosen kaufen, die angeblich heilende Kräfte besitzen sollen - laut einem Tempelbesucher lindert das Tragen dieser speziellen Unterhosen tatsächlich seine Beschwerden.

Erforschung von Mumienexkrementen in Brasilien

Die Dokumentation "Schöne Scheiße – Entscheidend ist, was hinten rauskommt" behandelt das Tabuthema auf humorvolle und informative Weise. Belehrende Filmanimationen zu biologischen Prozessen tauchen hier nur am Rande auf. Stattdessen geht es Regisseur Thierry Berrod um kuriose Fakten, spannende Forschungsergebnisse und kulturelle Unterschiede.

Klärschlamm

Im Laufe seines Lebens produziert jeder Mensch sechs Tonnen Exkremente - in vielen Ländern wird daraus Klärschlamm.

Hätten Sie es gewusst? In Brasilien gibt es eine Forschungsstelle für Exkremente. Professor Adauto untersucht die Kotreste jahrhundertealter menschlicher und tierischer Mumien. Dadurch erfährt er unter anderem, was die Menschen früher gegessen haben. Die einzelnen Proben verwahrt er in schicken Boxen – die türmen sich in seinem Büro bis an die Decke. Mit seinen Forschungen ist es ihm sogar gelungen, bisherige Besiedlungstheorien zu widerlegen. Denn die Untersuchungen von Darmparasiten in den Exkrementen einer brasilianischen Mumie belegen seiner Meinung nach, dass die ersten Bewohner Südamerikas und ihre Darmparasiten mit den warmen Meeresströmungen und nicht über die vereiste Beringstraße gekommen sind.

Junge Damen in Japan testen Pillen, die ihre Exkremente geruchlos machen sollen.

Geruchloser Stuhlgang? Das versprechen diese Pillen, die hier von drei jungen Damen getestet werden.

Eine Pille gegen unangenehme Gerüche

Die Japaner beschäftigt hingegen eine ganz andere Frage, die gut zu dieser Gesellschaft der Scham und des Verbergens passt: Was kann man tun, damit es nach dem großen Geschäft nicht mehr stinkt? Der japanische Unternehmer Tadao Uchida hat angeblich eine Lösung gefunden: Er hat eine Pille entwickelt, die den Geruch der menschlichen Ausscheidungen beseitigen soll, indem sie das in den Exkrementen enthaltene Ammoniak und Trimethylamin zersetzt. Eine weibliche Versuchstesterin bestätigt sogar das Funktionieren der Pille - angeblich sind ihre Exkremente nun geruchlos.

Mit Biogas betriebenes Auto

Eine Verwertungsmöglichkeit für menschliche Fäkalien: Die Herstellung von Biogas.

Was tun mit all den menschlichen Exkrementen?

Und dann gibt es da noch ein Problem, das Menschen auf der ganzen Welt beschäftigt: Wohin denn eigentlich mit all den menschlichen Ausscheidungen? Der Film zeigt viele verschiedene Ansätze: Denn Kot lässt sich nicht nur in Dünger verwandeln, was bei seinem hohen Stickstoffgehalt auch naheliegt.
Die Abwasserbehörde in Tokio hat sich intensiv mit dem Recyceln von menschlichen Exkrementen befasst: Sie stellt daraus filigrane Schmucksteine her, die - in glänzendes Feingold gefasst - um den Hals getragen werden können. Oder man brennt terrakottafarbene Pflastersteine aus menschlichen Fäkalien.

Forschungsfeld "Shitburger"

Und dann gibt es sogar noch einen besonderen "Leckerbissen". Professor Ikeda entwickelte seinen "Shitburger" aus den Proteinen menschlicher Exkremente:

"Wir produzieren in Japan sehr viel Klärschlamm und die Abwasserbehörde hatte mich gebeten, eine effiziente Lösung für seine Verwertung zu finden. Also begann ich danach zu forschen, Proteine aus Klärschlamm zu gewinnen - zur Herstellung von künstlichem Fleisch."

Shitburger aus den Proteinen menschlicher Exkremente.

Professor Ikeda präsentiert stolz das künstliche Fleisch, das er aus den Proteinen menschlicher Exkremente herstellt.

Angeblich schmeckt das künstliche Steak sogar nach Rind. Doch derzeit kostet das Fleisch aus menschlichen Exkrementen noch etwa hundert Mal mehr als 'normales' Fleisch. Wenn das Forschungsprojekt abgeschlossen ist, soll es nicht teurer sein als das Steak aus dem Supermarkt. Fraglich ist nur, ob sich dann auch Abnehmer für den Burger finden lassen. Denn sogar der Erfinder selbst sieht die psychologische Hemmschwelle als großes Problem.

Wem jetzt noch nicht der Appetit vergangen ist - und wer nach dieser unterhaltsamen Dokumentation noch mehr über menschliche Ausscheidungsprodukte erfahren will: Parallel zum eben besprochenen Film veröffentlicht der Wissens-Verlag im November auch noch die DVD "Superkraft Urin".