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Die Olympischen Spiele 1972 – Münchens Sommertragödie

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AUTOR/IN
Michael Kuhlmann

Am 5. September 1972 werden die Olympischen Spiele in München vom Terror überschattet. Palästinensische Attentäter überfallen das israelische Team und ermorden elf Sportler. Der Befreiungsversuch misslingt.

Dabei hatten die Spiele so gut begonnen: in einem ungewohnten, kosmopolitischen Geist. Olympia in der Bundesrepublik, das war 27 Jahre nach der NS-Diktatur ein bewusster Gegen-Entwurf zu den Nazi-Spielen von Berlin 1936. Eine Woche lang begeisterte München die Welt. Doch dann blieben die "heiteren Spiele" des Sommers 1972 als "schwarzer September" in Erinnerung.

Archivradio

5.9.1972 Olympia-Attentat (1): Die Geiselnahme – Berichte vom Tag

5.9.1972 | 10 Tage lang waren die Olympischen Spiele in München 1972 das, was sie eigentlich sein sollten: Ein friedliches internationales Sportereignis. Am Morgen des 5. September 1972 ändert sich das schlagartig. Palästinensische Terroristen der Organisation "Schwarzer September" dringen ins Quartier der israelischen Mannschaft ein, töten zwei der Sportler, den Ringertrainer Moshe Weinberg sowie den Gewichtheber Josef Romano. Neun weitere nehmen sie als Geiseln.  mehr...

5.9.1972 Olympia-Attentat (2): Die Nacht am Flughafen Fürstenfeldbruck

5.9.1972 | In der Nacht vom 5. zum 6.9.1972 gelangen die palästinensischen Terroristen die israelischen Geiseln mit zwei Helikoptern des Bundesgrenzschutzes zum Flughafen Fürstenfeldbruck. Dort wartet eine Boeing 727. Bevor Terroristen und Geiseln ins Flugzeug wechseln können, kommt es zu einem Schusswechsel. Am Flughafengelände haben sich tausende von Schaulustigen und etliche Journalisten versammelt. Die Lage ist unübersichtlich. Die Hörfunkprogramme des Südwestfunks haben sich zusammengeschaltet. In dieser Folge hören Sie Beiträge, die abends zwischen 20 Uhr und Mitternacht gelaufen sind, bevor das ARD-Nachtprogramm beginnt. Die Moderatoren Wolfram Kreiker und Franz Meindl bitten zwischendurch um Verständnis, dass sich die Sendung mal zur Tagesschau schaltet, mal ins ZDF, mal zu den Reportern des Bayerischen Rundfunks in München. Dies sei sicherlich verwirrend, aber man versuche nun mal, die neuesten Informationen zu bekommen. Die sind aber teilweise falsch. So klingt es zwischendurch so, als seien die Geiseln in Sicherheit gebracht worden – wie man heute weiß, konnte davon keine Rede sein.  mehr...

6.9.1972 Olympia-Attentat (3): Befreiung gescheitert, alle Geiseln tot

6.9.1972 | Die israelischen Geiseln konnten nicht gerettet werden. Sie kamen alle beim Befreiungsversuch der bayerischen Polizei ums Leben. Es gab in der Nacht noch eine Pressekonferenz mit Bayerns Innenminister Bruno Merk und Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher – beide hatten sich zusammen mit anderen Verantwortlichen am Vortag vergeblich den Terroristen als Ersatz-Geiseln im Austausch für die israelischen Sportler angeboten. Nun haben sie das Scheitern der Rettungsaktion bekanntgegeben. Das ist der neue Stand, am Morgen des 6. September. Die erste Sendestunde des Südwestfunks zwischen 5 und 6 Uhr besteht im wesentlichen aus einer ständigen Wiederholung der Nachrichten sowie zwischendurch der Stellungnahmen von Merk und Genscher. Diese Folge bringt Auszüge aus der Stunde zwischen 5 und 6 Uhr morgens. Franz Meindl, der am Vorabend bis Mitternacht moderiert hat, ist erneut im Studio.  mehr...

6.9.1972 Olympia-Attentat (4): Radio DDR über "israelische Aggression" und Neofaschismus in Bayern

6.9.1972 | Auch der DDR-Rundfunk berichtete über die Olympischen Spiele 1972 in München, aber wie bei fast allen Themen mit einem etwas anderen Akzent als die bundesdeutsche Presse. Den Terroranschlag verurteilt Kommentator Udo Krause, aber nicht ohne die Solidarität mit den arabischen Staaten gegenüber der "israelischen Aggression" zu betonen.
Soweit der Kommentar von Udo Krause in Radio DDR. In einem weiteren Bericht macht der Sender auf die Umtriebe von Neonazis am Rande der Olympischen Spiele aufmerksam und kritisiert die Untätigkeit der bayerischen Behörden. Nicht erwähnt wird – was heute bekannt ist: dass die palästinensischen Terroristen von München Unterstützung aus der Neonazi-Szene hatten.
Im Bild: Die israelische Olympiamannschaft gedenkt am 1.9.1972 beim Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau der Opfer des nationalsozialistischen Terrors und legt einen Kranz nieder. Vier Tage später sind die israelischen Sportler selber Opfer eines Terroranschlags.  mehr...

Olympische Spiele

25.1.1924 In Chamonix starten die 1. Olympischen Winterspiele

Heute sind Olympische Spiele gigantische Material- und Marketingschlachten. Die Anfänge waren deutlich bescheidener, z.B. bei den ersten Winterspielen in Chamonix.  mehr...

SWR2 Zeitwort SWR2

19.7.1936 In Barcelona beginnt die Volksolympiade

Die olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin waren eine willkommene Gelegenheit für die Nazis, „ihr“ Deutschland der Welt zu präsentieren. Viele sind auf diese Propaganda hereingefallen, aber andere haben an einer Gegenveranstaltung gearbeitet, die jedoch rasch endete.  mehr...

SWR2 Zeitwort SWR2

1.8.1936 Die Olympischen Spiele beginnen ohne Gretel Bergmann

Gretel Bergmann wurde 1914 in Laupheim geboren und starb im Alter von 103 Jahren in New York. Sie war eine der besten Hochspringerinnen Deutschlands. Wegen ihrer jüdischen Herkunft durfte sie jedoch nicht an den olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin teilnehmen.  mehr...

SWR2 Zeitwort SWR2

22.11.1956 In Melbourne werden die Olympischen Sommerspiele eröffnet

Olympische Spiele in Australien 1956. Reitwettkämpfe in Stockholm. Eine Nationalhyme für zwei deutsche Mannschaften, blutige Wasserspiele, dies sind die Besonderheiten der Spiele.  mehr...

SWR2 Zeitwort SWR2

2.10.1968 In Mexiko werden fast 300 Demonstranten erschossen

Kurz vor den Olympischen Spielen 1968 duldete Mexikos Präsident keine Demonstrationen. Militär und Polizei schossen scharf. Das „Massaker von Tlatelolco“ gilt heute als Staatsverbrechen.  mehr...

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Michael Kuhlmann