Gespräch

„Digitale Karten-Werkstatt Altes Reich“ – Historiker zeigen Einflüsse jenseits klassischer Territorien

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Mit dem Projekt „Digitale Karten-Werkstatt Altes Reich“ (Digikar) wollen Historiker Verflechtungen von Macht und Ideen jenseits der klassischen Darstellung begrenzter Territorien  visualisieren. „Unser Anliegen ist es, vom Wort des Flickenteppichs wegzukommen“, sagt der Prof. Johannes Paulmann. Dies sei eine Vorstellung des Nationalstaats des 19. Jahrhunderts mit seinen geschlossenen Herrschaftsräumen, so der Koordinator des Historiker-Projekts vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte.

Schon in der Frühphase des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation um das Jahr 1000 seien Territorien dagegen durchlässig gewesen, Grenzen mussten bis 1800 nicht überschritten werden.  Räume, die sich außerhalb der Nationalstaatsgrenzen entwickeln, finde man in allen Jahrhunderten, heute zum Beispiel den „Urlaubsraum der Deutschen“ mit Mallorca als Zentrum

Das Projekt DigiKAR entwickelt anhand von Fallstudien zu Kursachsen und Kurmainz Konzepte des Sammelns, Modellierens und der Visualisierung historischer Daten. Das Vorhaben widmet sich Fragen der Fragmentierung und Verflechtung von Räumen sowie der Mobilität und Vernetzung von Akteuren. Im Fokus der Visualisierungsforschung stehen Konzepte der Repräsentation von Pluralität und der Konkurrenz von Räumen.

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