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Der Philosoph Karl Popper und die "offene Gesellschaft"

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AUTOR/IN
Matthias Kußmann

Poppers Hauptwerk "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" erschien 1945, ist jetzt wieder hochaktuell. Popper unterscheidet "offene", demokratische Gesellschaften von "geschlossenen", totalitären, die sich nach außen abriegeln, archaischen Stämmen gleich, wie heute der "IS" und auf andere Weise Nordkorea.

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Die "offene" Gesellschaft in Poppers Sinn verändert sich ständig, ist nie "fertig", es gibt keine verbindliche Wahrheit. Sie lässt neue Gedanken, Lebensentwürfe zu, braucht sie sogar, um sich weiter zu entwickeln, doch sie kritisiert sie auch. Es ist ein ständiger Kampf um eine nie sichere Freiheit.

"Wir müssen uns klar werden, dass wir andere Menschen zur Entdeckung und Korrektur von Fehlern brauchen – und sie uns. Insbesondere auch Menschen, die mit anderen Ideen, in einer anderen Atmosphäre aufgewachsen sind. Auch das führt zur Toleranz."

"Ich würde auch sagen, dass die europäischen Gesellschaften, wie sie in dem Projekt der EU zusammengefasst sind ... tatsächlich dieses Projekt „offene Gesellschaft“ ganz emphatisch verkörpert haben. ... Die Bundesrepublik in einem ganz erstaunlichen Maße, wie ich finde, weil sie immerhin aus zwei Diktaturen hervorgegangen ist, und doch in einer erstaunlichen Art und Weise sich liberalisiert hat, also auch ... sich gegenüber Flüchtlingen so offen gezeigt hat wie keine andere europäische Gesellschaft, und insofern eigentlich alle Merkmale der „offenen Gesellschaft“ auf sich vereinigt."

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