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Der Disney-Konzern – Vom weißen Entenhausen zur Schwarzen Arielle

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Christoph Drösser
Christoph Drösser | Fotografin: Liesa Johannssen  (Foto: Fotografin: Liesa Johannssen )

Es begann mit Micky Maus, aber Disney ist längst mehr als Zeichentrick: Der Konzern betreibt seine Vergnügungsparks, hat sich die lukrativen Filmpakete von Pixar, Star Wars und Marvel einverleibt und ist aufgrund seiner Marktmacht auch ein politischer Faktor in den USA.

Einstmals ein Propagandist der weißen US-amerikanischen Familie als Ideal ist Disney in den vergangenen Jahren diverser geworden. Das gefällt nicht jedem, wie der aktuelle Streit mit Floridas Gouverneur Ron de Santis zeigt.

Disney

9.7.1951 Walt Disney über sein Leben und "Alice im Wunderland"

9.7.1951 | 1951 gab es noch kein Disneyland und die Walt Disney Company, 1923 gegründet, war noch nicht der Milliardenkonzern von heute. Beim Namen Walt Disney (1901 - 1966) dachte die Welt vielmehr an Micky Maus, Donald Duck und vor allem an einen charmanten, erfolgsverwöhnten Mann in seinen besten Jahren mit gepflegtem Schnurrbart, der den Familien rund um den Globus mit seinen Zeichentrickfilmen ein bisschen heile Welt bescherte und ein Märchen nach dem anderen ins Kino brachte: Schneewittchen, Aschenputtel, Pinocchio und 1951 Alice im Wunderland nach dem gleichnamigen Kinderbuch. Die Geschichte von Alice hatte für Disney eine besondere Bedeutung, weil mit einer Reihe von Alice-Kurzfilmen ("Alice in Cartoonland") seine Karriere in den 1920ern begonnen hatte. Kurz bevor der Film herauskommt, reist Walt Disney nach Europa. In Kopenhagen trifft er NDR-Reporter Ernst August Stolte, der ihn nicht als Filmemacher oder Unternehmer anredete, sondern als "Karikaturisten".

Kommentar 75 Jahre Dagobert Duck: Unser aller liebster Kapitalist

Vor 75 Jahren erblickte er das Licht der Welt: Dagobert Duck, erdacht und gezeichnet von dem genialen Disney-Zeichner Carl Barks. Anfangs eine Nebenfigur im Universum von Entenhausen, gab es bald eine eigene Heftreihe für die reichste Ente der Welt. Ein kalter Kapitalist als Comic-Held? Wie geht das? Max Bauer meint: Die Media- und IT-Milliardäre von heute sollten sich etwas von dem reichen Erpel abschauen.

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Disney-Remake unten im Meer "Arielle, die Meerjungfrau": Story altbekannt, Halle Bailey fulminant

Ein regelrechter Aufschrei ging durchs Internet, als Disney im Juli 2019 die Besetzung der Hauptrolle für das Realfilm-Remake von „Arielle, die Meerjungfrau“ bekanntgab. Der Stein des Anstoßes: Halle Bailey ist Schwarz. Disney opfere eine seiner beliebtesten Figuren dem „woken Zeitgeist“, lautete der Vorwurf. Entgegen aller Aufregung bleibt der Film in seinen Aktualisierungsversuchen dann doch ziemlich brav.

Realfilm nach Disney-Klassiker "Peter Pan und Wendy" auf Disney+: Weg mit dem Rassismus der 1950er!

Mit „Peter Pan“ erhält einer der beliebtesten Zeichentrickfilme aus dem Hause Disney nun eine Frischzellenkur: Auf der hauseigenen Streaming-Plattform ist jetzt der neue Disney-Realfilm erschienen. Keine einfache Aufgabe, denn das Original aus dem Jahr 1953 steht seit Jahren wegen Rassismus und überholten Rollenbildern in der Kritik. Entsprechend kritisch hat sich Regisseur David Lowery mit der Vorlage auseinandergesetzt.

Rote Zahlen für Unterhaltungskonzern Kinodämmerung bei Disney? Warum der Filmgigant an den Kinokassen enttäuscht

„Geistervilla“, „Indiana Jones“, „Elemental“, „Arielle”: Vier Blockbuster brachte Disney in den letzten Monaten ins Kino, viermal blieben die Einspielergebnisse mau.

Comics

10.8.1955 BGH: Comics sind nicht per se jugendgefährdend

10.8.1955 | Comics sind Schund, gefährden die sittliche Entwicklung von Jugendlichen und fördern das Analphabetentum! Das war in den 1950er-Jahren die vorherrschende Auffassung unter Erziehungsfachleuten. Müssen sie also verboten werden? Der Streit darüber eskaliert bis zum Bundesgerichtshof. Dieser kommt zu einem Urteil, das – wie es in der folgenden Sendung heißt – von "Eltern und Jugenderziehern noch lebhaft erörtert werden wird". Demnach sind "Bildstreifenhefte" nicht per se und nicht "offensichtlich" jugendgefährdend, vielmehr komme es auf den Inhalt an!
"Aus der Residenz des Rechts" heißt diese traditionsreiche Sendung, die der Süddeutsche Rundfunk jahrzehntelang im Programm hatte und in der immer wieder – wie hier – Bundesrichter ihre Urteile im Radio erläuterten. | http://x.swr.de/s/residenz | http://archivradio.de/

Popkultur Warum haben die meisten Comicfiguren nur vier Finger?

Viele Comicfiguren haben nur einen Daumen und drei weitere Finger. Natürlich sind vier Finger leichter zu zeichnen, aber das ist nicht der einzige Grund. Von Gábor Paál | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

Geschichte Sahen die Kelten aus wie die Comic-Gallier Asterix und Obelix?

Der Comic enthält Infos aus den historischen Überlieferungen. Allerdings gibt es offene Fragen bei der Kleidung, insbesondere die der Druiden. Von Markus Egg