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Juana Inés Ramírez kam um das Jahr 1650 in einem Dorf am Fuße des Vulkans Popocatépetl zur Welt und wuchs auf der Hacienda ihres Großvaters in der Nähe auf. Sie stammte aus guten, aber nicht gehobenen Verhältnissen; ihre Mutter war Kreolin – eine in Mexiko geborene Nachfahrin spanischer Einwanderer – und mit Juanas Vater nicht verheiratet. Illegitime Geburt galt zwar als Makel, war aber im kolonialen Neuspanien recht weit verbreitet und hinderte die jugendliche Juana Inés nicht daran, im Alter von etwa fünfzehn Jahren am Hof des Vizekönigs vorgestellt zu werden.

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Im 17. Jahrhundert hatte eine hochbegabte Frau im Vizekönigreich Neu-Spanien – dem heutigen Mexiko – keine Chance auf Bildung.

Juana Inés, schon als Kind von Wissen und Büchern begeistert, fand einen Schlupfwinkel im Kloster. Sie verfasste dort Gedichte, Theaterstücke und Streitschriften, die das Recht der Frauen auf Bildung einklagten. Sie wurde gefeiert und pflegte Umgang mit dem vizeköniglichen Hof. Doch mit der Abberufung des Vizekönigs, der sich für ihre Kunst begeisterte, verlor sie einen mächtigen Beschützer: Nun schritt die Kirche ein, der die streitbare Gelehrte seit langem ein Dorn im Auge war.

Sor Juana musste dem Schreiben abschwören; ihre prachtvolle Privatbibliothek mit 4.000 Bänden wurde beschlagnahmt. Sie starb bald darauf, im Jahr 1695, mit nur 44 Jahren, aber ihre Werke sind bis heute unvergessen. (Produktion 2014)

Biografien Frauen im Porträt

Lebenswege mutiger und engagierter Frauen zum Hören und Lesen. Von Herrscherinnen, Wissenschaftlerinnen sowie Frauen aus Kunst und Literatur. Vom Mittelalter bis in die Gegenwart.  mehr...

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