Hand mit Glühbirne und in der ist ein kleines abstraktes Gehirn (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

Neurogenese

Jungbrunnen des Gehirns

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Ralf Caspary
Ralf Caspary (Foto: SWR)
Paluch

SWR2 Wissen: Aula. Gespräch mit Gerd Kempermann

Jeder Alkoholrausch, jeder Kopfball lässt Gehirnzellen unwiederbringlich absterben, glaubte man lange. Doch neue Hirnforschung zeigt: Es gibt Hirn-Regionen, die durchaus neue Nervenzellen produzieren können. Der Fachbegriff heißt Neurogenese. 

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Professor Gerd Kempermann und sein Team an der TU Dresden und dem dortigen Zentrum für regenerative Therapien forschen an der Neurogenese. Im Aula-Interview erklärt Kempermann, worum es dabei geht und welchen Nutzen diese Erkenntnis für den Menschen hat.

Das Interview mit Kempermann auf einen Blick:

Neurogenese, die Neubildung von Nervenzellen im Gehirn, findet in einer Region statt, die wichtig ist für Erinnerung und Gedächtnis: im Hippocampus. Alle Informationen, die wir über unsere Sinnesorgane aufnehmen,

Nervenzellen (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Wie kann man das Gehirn beeinflussen, um einen Menschen sozialer und empathischer zu machen?

müssen zuerst durch den Hippocampus, bevor sie verarbeitet und gespeichert werden können. 

Bei Demenzen, z.B. bei der Alzheimer-Erkrankung, ist es gerade der Hippocampus, der sehr früh befallen ist. Deswegen haben Alzheimer-Patienten schon im Anfangsstadium oft Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörungen, weil der Hippocampus nicht mehr richtig funktioniert. 

Kempermann und seine Kollegen glauben, dass die neuen Nervenzellen in der Lage sind, eine Art schützende oder vorbeugende „Reserve“ aufzubauen.

Diese Reserve könnte Menschen widerstandsfähig machen gegen Alzheimer. Um solche Resilienz zu erwerben, ist körperliche Aktivität wichtig. Warum? Die Idee dahinter ist, dass in der Evolution das menschliche Gehirn entstanden sind, um Bewegung zu ermöglichen.

Man kann also sagen, dass das geradezu für Bewegung ausgelegt ist. Selbst wenn wir denken, werden Hirnareale aktiviert, die wir auch für Bewegung brauchen. Das heißt: Körperliche Aktivität könnte die Neurogenese im Hippocampus unterstützen und präventiv vor Alzheimer schützen.

Das vollständige Manuskript finden Sie hier.