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Lassen sich mit Statistik Ehen retten?

Besser leben mit Statistik Ehen retten mit Mathematik

Wer Mathematik hasst, sollte wissen: Sie löst Lebensprobleme. Mit den richtigen Zahlen lassen sich Ehen retten, Lotto-Gewinne maximieren, das Leben verlängern. Das zeigt Christian Hesse, Mathematikprofessor an der Universität Stuttgart, in seinem Buch: "Leben hoch zwei".

Wie kann man mit Mathe die Ehe retten?

Indem man das Prinzip 5: 1 beherzigt. Das heißt: Wenn Sie sich einmal negativ gegenüber Ihrer Frau oder Ihrem Mann verhalten haben, durch Schimpfen oder Nörgeln z.B., dann müssen Sie dieses eine negative Erlebnis mit 5 positiven Taten oder Äußerungen kompensieren – etwa mit Lob. Dieses 5: 1 -Prinzip haben ein Psychologe und ein Mathematiker in einer großen Studie beobachtet.

Streitendes Paar

Streit in der Partnerschaft ist normal. Aber man sollte sich dann möglichst an die 5:1 Regel halten: Jede negative Erfahrung sollte mit fünf positiven Dingen kompensiert werden.

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Statistiker warnen allerdings vor einer zu teuren Hochzeitsfeier. Übersteigen die Kosten 20.000 Euro, erhöht sich die Scheidungsrate deutlich. Großzügigkeit braucht es allenfalls bei den Eheringen. Wer weniger als 500 Euro ausgibt, muss sich ebenfalls auf eine wahrscheinliche Scheidung einstellen.

Kann man mit Statistik sein Leben verlängern?

Aber sicher. Wir bleiben bei der Ehe. Viele Studien zeigen: Verheiratete Männer und Frauen leben im Durchschnitt länger und gesünder als Unverheiratete. Möglicherweise deshalb, weil der Trauschein die Partner moderater werden lässt: Man trinkt weniger, raucht weniger, hat mehr Zeit zum Entspannen. Das wirkt sich auf die Länge des Lebens aus. Ehemänner leben ganze neun Jahre länger als männliche Singles, Ehefrauen sechs Jahre länger.

Hören wir neuerdings zu viel auf die Statistik?

Wir leben nun mal im Zeitalter von Big Data, Daten sind das Gold unserer Zeit, die neue Währung. Auch in der Medizin lassen sich bessere Entscheidungen für oder gegen eine Therapie fällen, wenn man vorher viele Daten ausgewertet hat.

Touchpad mit Diagrammen auf Display

Statistiken zeigen bestenfalls Zusammenhänge auf. Ob sich damit z.B. auch Ehen retten lassen, kann man nicht 100 prozentig sagen.

Haben wir überhaupt die Kompetenz, richtig mit Statistik umzugehen?

Da gibt es noch sehr große Defizite. Wir brauchen eine Statistik- und Datenkompetenz im Alltag: Was bedeutet es, wenn ein zu 90 Prozent zuverlässiger Krebstest bei mir ein positives Ergebnis hat, mit welcher Wahrscheinlichkeit habe ich dann Krebs? Das sind eben nicht diese 90 Prozent, das liegt weit darunter.

Der Matheunterricht in der Schule müsste viel anschaulicher und praxisbezogener werden. Da müssten Schüler lernen, was es heißt, wenn es heute eine 40-prozentige Regenwahrscheinlichkeit gibt. Diese Aussage bedeutet, dass exakt unter denselben meteorologischen Bedingungen, wie sie vorherrschen, in vier von zehn Situationen mit Regen zu rechnen ist.

Eine Frau läuft mit einem Schirm durch einen Park

Regenwahrscheinlichkeit - auch eine Sache der Statistik.

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