Junge Frau mit unentschlossenem, ratlosem Blick. Sie bekommt von mehreren Händen gleichzeitig Dinge wie Handys, Taschenrechner, Papier und Stift gereicht. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

Arbeit im Wandel (1/3) Ratlose Einsteiger: Wenn die Berufswahl schwerfällt

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SWR2 Wissen. Von Silvia Plahl

Welche Ausbildung? Was studieren? Junge Menschen tun sich bei der Berufswahl oft schwer. Auch die Eltern taugen oft nicht als Orientierung - zu sehr hat sich die Berufswelt verändert. Wie gelingt es, sich besser zu orientieren?

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Firmenkontaktmessen besuchen, zur klassischen Beratung gehen, im Schnelldurchlauf -zig Handwerksbetriebe kennenlernen und sich im Netz informieren: Die Berufsfindung ist heute ein kompliziertes Unterfangen, die Lage ist unübersichtlich geworden. Unternehmen ringen um die Fachkräfte von morgen und um eine stabile Belegschaft. Universitäten wie Betriebe wollen die Abbrecherquote verringern und den jeweiligen Bewerbern die für sie geeigneten Studiengänge und Lehrberufe empfehlen. Gleichzeitig verändern sich fast alle Berufsprofile rasant und man trifft heute nicht mehr eine Berufswahl fürs ganze Leben.

19.000 Studiengänge!

Ausprobieren gilt daher als das Mittel der Wahl. Viele junge Menschen machen nach der Schule längere Praktika und Freiwilligendienste im In- und Ausland. Sie hoffen auf ganz neue persönliche Erfahrungen und auf eine bessere innere Richtschnur. Orientierung ist gefragt.

Das Centrum für Hochschulentwicklung zählt 2017 bereits 19.000 verschiedene Studiengänge. Dazu kommen hunderte Ausbildungsberufe und neu entstehende Arbeitsfelder. Fast die Hälfte der Schulabgänger geht heute an die Uni. Aber jeder Dritte bricht das Studium ab. Und auch Unternehmen beklagen hohe Abbrecherquoten bei den Auszubildenden.

Die Auswahl überfordert

Messen wie „Vocatium“ oder „Einstieg“ sollen angehenden Berufseinsteigern einen Überblick verschaffen. Webseiten wie „Planet-Beruf“ oder „Dasbringtmichweiter.de“ bieten Informationen und Selbst-Checks an. Und auch immer mehr Unternehmen präsentieren sich online für angehende Azubis. So werden die suchenden Jugendlichen mit Informationen und Strategien überhäuft.

Berufswahl als Problem

Für Bildungsforscher wie Professor Klaus Hurrelmann von der Hertie School of Governance Berlin ist das ein Hinweis darauf, dass die Berufswahl heute ein riesiges Problem darstellt. Die individuelle Förderung und Betreuung der Jugendlichen müsse sich deutlich verbessern. Denn einerseits suggeriert der demographische Wandel, dass die jungen Berufseinsteiger dringend gebraucht werden und sich ihren Arbeitsplatz praktisch selbst auswählen können. Andererseits jedoch wandeln sich die Berufsbilder derart schnell und die Möglichkeiten sind mittlerweile so vielfältig, dass professionelle Hilfe bei der Berufswahl immer wichtiger wird.

Das ganze Sendungsmanuskript gibt es hier

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