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Ernährungstrend bei Haustieren Rohes Fleisch für Hund und Katze

Auch unsere vierbeinigen Freunde sollen etwas Gutes bekommen – am besten frische und möglichst unverarbeitete Lebensmittel. So sehen es viele Hunde- und Katzenbesitzer. Deshalb "barfen" sie - so nennt sich das Füttern von rohem Fleisch. Aber es gibt dabei einiges zu beachten.

Vegane Ernährung ist für Katzen und Hunde ungeeignet - das ist mittlerweile bekannt. Aber es gibt bei Tiernahrung auch erhebliche Qualitätsunterschiede zwischen frischer Kost und Fertigprodukten aus Tüte oder Dose - sowohl geschmacklich als auch ernährungsphysiologisch.

Selbst Supermärkte bieten mittlerweile Frischkost für Vierbeiner an, die unter dem Stichwort "BARF" vermarktet wird. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die Biologisch artgerechte Roh-Fütterung.

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Die Inhaberin eines Barfshops, Anne Kroenke, hält in ihrem Laden in Berlin ein Stück Fleisch in den Händen. Barf steht für "Bones and raw foods"

Oft ein großes Rätsel: Was ist in herkömmlicher Fertignahrung drin?

Frisches Fleisch oder frischer Fisch jedenfalls kaum. Eine genaue Deklarationspflicht ist bei Tiernahrung gesetzlich bisher nicht vorgeschrieben. Und den Fleischanteil umschreiben die Hersteller blumig mit "tierischen Nebenerzeugnissen", kritisiert Barbara Löffler von der Schlabberbar - ein Begriff, unter dem sich Verbraucher oft nichts vorstellen können. Gemeint sind in der Regel Abfallprodukte aus Metzgereien.

Zudem setzen die Hersteller meist künstliche Vitamine und Mineralstoffe zu, die für die Gesundheit der Tiere und das Wachstum notwendig sind.

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Ein Hundewelpe im Barfshop von Anne Kroenke

Was beim "Barfen" zu beachten ist

  • "Barfer" müssen unbedingt auf eine möglichst ausgewogene Zusammensetzung des Futters achten, rät Heike Rings von der Schlabberbar. Sie rät dazu, frisches Fleisch mit einem Mix aus verschiedenen Gemüsen anzureichern: Karotte, Rote Bete, Pastinake, Erbse, Spinat, Luzerne und Löwenzahn. Dann komme noch Öl dazu und ein Kalziumpräparat oder Knochen. Gerade im Katzenbereich muss man auch Taurin zuführen.
  • Gefährlich für die Tiere wird es dann, wenn das Falsche verfüttert wird. Gekochte Knochen beispielsweise können splittern und zu tödlichen Verletzungen führen. Und auch Schweinefleisch ist absolut tabu. Denn Schweinefleisch kann eine Virus-Erkrankung hervorrufen, die Aujetzki-Erkrankung. Die Tiere bekommen neurologische Ausfallerscheinungen und sind nicht therapierbar.
  • Wer selbst barfen möchte, sollte man sich ausschließlich von Profis beraten lassen, die auf dem neuesten Stand sind.
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Ein Hund kaut im Barfshop von Anne Kroenke in Berlin an einem Stück Fleisch

Es gibt also einiges zu beachten. Grundsätzlich spricht aber nichts gegen das Barfen. Trotzdem raten Tierärzte oft zu Fertignahrung und werben dafür sogar in ihren Praxen. Die Futtermittelindustrie zeigt sich nämlich bei der Ausstattung von Arztpraxen sehr großzügig, wissen Tierschutzvereine zu berichten. Von neutraler Beratung könne hier kaum die Rede sein.

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