STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG

Das Coronavirus verbreitet sich unter anderem über die Atemluft. Orte, an denen mehrere Menschen zusammenkommen, sind während der Pandemie deshalb problematisch. Gleichzeitig sind dies die Räume, die schmerzlich vermisst werden: Theatersäle, Konzerthäuser, Opernfoyers. Wie sicher solche Orte mit speziellen Hygienemaßnahmen sein können, hat jetzt das Fraunhofer Institut bei einem Streaming-Konzert in der Fruchthalle Kaiserslautern untersucht.

Audio herunterladen (1,9 MB | MP3)

Studie mit der atmenden Puppe Oleg

Der wichtigste Teilnehmer der Studie ist Oleg. Eine Puppe, die so groß ist wie ein Mensch und sich auch ziemlich ähnlich verhält wie ein Konzertbesucher, Oleg kann nämlich atmen. Das heißt, er stößt sogenannte Aerosole und CO2 aus und diese Werte wurden gemessen.

Der große Saal der Fruchthalle hat 730 Sitzplätze und eine Lüftungsanlage, die die Luft an den Seiten über die gesamte Saallänge nach oben absaugt. Die Plätze neben, vor und hinter Oleg waren jeweils nicht besetzt.

fraunhofer untersucht aerosole (Foto: SWR)
Mit Spezialgeräten werden die Aerosole in der Fruchthalle gemessen

Aerosole schon auf den Nachbarplätzen stark verdünnt

„Das Ergebnis war für uns sehr erfreulich“, erzählt Christoph Dammann, der Direktor des Kulturreferats in Kaiserslautern. „Es hat im Prinzip unser bereits im April vorigen Jahres entwickeltes Sicherheitskonzept bestätigt.“ Die Aerosole sich würden sich schon auf den Nachbarplätzen stark verdünnen, in zehn Metern Entfernung könnten zwar noch Aerosole festgestellt werden, aber nur noch in Faktor 0,03.

Schachbrettartig versetzt besetzte Plätze und eine gute Lüftungsanlage

Mit Hilfe der Studie hat Christoph Dammann nun ein Konzept formuliert, wie er für die Besucher der Fruchthalle die höchste Sicherheit gewährleisten kann: „Unser Sicherheitskonzept sieht so aus, dass wir immer zwei Plätze nebeneinander besetzen und dann zwei Plätze frei lassen, um den Abstand zu halten, und in der Reihe davor schachbrettmäßig versetzt.“ Die Lüftungsanlage der Fruchthalle sorgt außerdem dafür, dass im großen Saal die Luft alle 20 Minuten komplett mit Frischluft ausgetauscht wird.

Die Ergebnisse der Studie wurden zusätzlich noch einmal von Hygienefachleuten der Uniklinik Mainz und dem Virologen und Epidemiologen Martin Stürmer bewertet. Laut ihrer Aussage ist das Ansteckungsrisiko in der Fruchthalle unter den getesteten Bedingungen sehr gering.

Corona-Pandemie Körperwärme hilft, Konzertbesucher*innen vor Aerosolen zu schützen

Dass Musizieren unter bestimmten Voraussetzungen in Konzertsälen auch unter Pandemie-Bedingungen weitgehend sicher ist, haben verschiedene Studien gezeigt. Doch was ist mit dem Schutz des Publikums? Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut ist der Frage nachgegangen.  mehr...

SWR2 Impuls SWR2

Pandemie Darum sind medizinische Masken virologisch sinnvoll

Künftig sind FFP2-Masken oder OP-Masken bei Fahrten in Bus und Bahn und beim Einkauf im Geschäft Pflicht. Ist das sinnvoll, helfen diese Masken mehr als die übliche Stoffmaske? Martin Gramlich im Gespräch mit Stefan Troendle, SWR Wissenschaftsredaktion  mehr...

SWR2 Impuls SWR2

Corona-Forschung Auch Wiener Philharmoniker untersuchen Infektionsrisiko bei Bläser*innen

Bei mit dem Coronavirus infizierten Bläser*innen wurde beim Musizieren zunächst ein erhöhter Virenausstoß befürchtet und ein großer Abstand der Bläser empfohlen. Bei den Bamberger Symphonikern und Wiener Philharmonikern wurde das tatsächliche Risiko bei ihren Bläser*innen mittlerweile wissenschaftlich untersucht und die Bundeswehr-Uni sieht bei der Querflöte das größte Risiko.  mehr...

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG