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Die Pomelo ist eine Art Grapefruit. Das Besondere: Sie übersteht in der Natur Stürze aus bis zu 15 Metern unbeschadet. Ihren besonderen Aufprallschutz haben sich Freiburger Bionik-Forscher genauer angeschaut und überlegt, wofür dieser nützlich sein könnte. Jetzt entsteht ein durch die Pomelo inspirierter Fahrradhelm.

Bionik: Aus der Natur für die Technik

Die Bioniker Prof. Dr. Thomas Speck und Dr. Marc Thielen von der Universität Freiburg forschen an der Pomelo. Unter Bionik, einem zusammengesetzten Begriff auf Biologie und Technik, versteht man die Übertragung von Phänomenen aus der Natur auf die Technik. So entstand zum Beispiel in den 1960er Jahren der Klettverschluss, inspiriert von der Klettpflanze.

Der einzigartige Fruchtschaum der Pomelo

Die Pomelo wird nicht nur von ihrer Schale geschützt, sondern auch von einer Art Fruchtschaum, der sich zwischen Schale und Fruchtfleisch befindet und zwei bis drei Zentimeter dick ist. Dieser Fruchtschaum hat besondere Eigenschaften, so Dr. Marc Thielen, Gruppenleiter im Botanischen Garten der Uni Freiburg: „Normale Materialien werden schmaler, wenn man sie in die Länge zieht. Hier passiert genau das Gegenteil: Es wird breiter, wenn man es in die Länge zieht und wenn man es zusammendrückt, wird es schmaler.“

Pomelo: Fahrradhelm mit neuartigem Schaum

Dieses Prinzip machen sich die Freiburger Forscher zu Nutze. Der von ihnen entwickelte Schaum zieht sich bei Druck also zusammen und erhöht dadurch den Schutz. In einem Fahrradhelm könnte so, bei gleicher Schaumdicke, ein 20 bis 30 Prozent höherer Schutz erzielt werden. Die Firma Uvex hat einen Prototyp gebaut, dessen Schaum nach dem Pomelo-Prinzip funktioniert. Prof. Dr. Thomas Speck geht davon aus, dass der Fahrradhelm in ein bis zwei Jahren auf den Markt kommen könnte.

Eine halbierte Pomelo Frucht (Foto: Imago, Imago/Fotograf XY -)
Der etwa zwei Zentimeter dicke „Frucht-Schaum“ befindet sich zwische Schale und Fruchtfleisch Imago Imago/Fotograf XY -
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