Körber-Preis für Svante Pääbo

Der Forscher, der den Neandertaler in uns entdeckte

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Seine Forschungen haben Licht in den Stammbaum des Menschen gebracht: Der 63-jährige Paläogenetiker Svante Pääbo erhält einen der höchstdotierten deutschen Forschungspreise: den mit 750.000 Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft. Die Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms gehören zu seinen größten Erfolgen – verbunden mit der Feststellung, dass Teile davon in unserem Erbgut weiterleben.

Viele Körber-Preisträger erhielten später den Nobelpreis – schon deshalb bedeutet diese Auszeichnung viel. Pääbo kennt sich in dieser Liga aus: Sein Vater Sune Bergström erhielt 1982 den Medizin-Nobelpreis. Bei Pääbo stellt sich die Frage, ob sein Forschungsgebiet in eine der Nobelpreis-Kategorien passt. An seinen wissenschaftlichen Verdiensten zweifelt niemand.

Wichtige Erkenntnisse zur Evolution des Menschen

„Pääbos Arbeiten haben das Verständnis der Evolutionsgeschichte der modernen Menschen revolutioniert“. So begründete die Körber-Stiftung die Ehrung. Pääbo ist Schwede. Studiert hat er einst Ägyptologie und Medizin. Schon in seiner Doktorarbeit hat er die DNA einer Mumie geklont. Über Zürich, London und Berkeley führte sein Weg schließlich ans Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig, wo er seit 1999 Direktor ist.

ttVerwandtschaft zu Neandertaler

Das Erbgut des Neandertalers und die Verwandtschaftsbeziehungen im Stammbaum des Menschen wurden sein Lebensthema. Erst kürzlich gelang seinem Team der Nachweis, dass die beiden nächsten Verwandten des Homo Sapiens – der Neandertaler und der Denisova-Mensch (mindestens einmal) gemeinsamen Nachwuchs zeugten.
Wie er selbst über seine Forschungsergebnisse und den Neandertaler denkt, sagt er im Interview mit SWR2 Impuls (Audio siehe oben).

Schwerpunkt: Den Neandertalern auf der Spur.

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