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Die Ausgangslage: Helgoland nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Krieg blieb Helgoland in der Hand der Briten. Nachdem die britische Luftwaffe die Militäranlagen der Nazis zerstört hatte, nutzte sie die Insel weiter für Bombenabwurfübungen - noch heute ist die Insel mit Abwurfkratern übersät. Die Bewohner Helgolands lebten auf dem Festland, vor allem in Cuxhafen. Zur gleichen Zeit wurde in Deutschland über eine Wiederbewaffnung diskutiert.

Die Invasion

Zwei Heidelberger Studenten, Georg von Hatzfeld und René Leudesdorf waren dagegen und heckten deshalb einen Plan aus. Sie würden die Insel besetzen und ihre Rückgabe an Deutschland fordern, Gleichzeitig sollte es keine deutsche Wiederbewaffnung geben. Die Weihnachtszeit erschien ihnen ideal, da hat die Presse sonst nicht viel zu berichten.

Am 20. Dezember fahren sie mit einem Kutter zur Insel und sehen die unzähligen Bombenkrater. Die Journalisten und Helgoländer, die sie begleiten, fahren bald zurück. Die beiden Studenten bleiben zeitweise alleine auf der Insel. Am 1. Januar 1951 berichtet einer der Helgoländer im Radio von den Ereignissen auf der Insel und den rauhen Bedingungen. Davon handelt die ersten Aufnahme.

Die zweite stammt vom 5. Januar. Die Besatzung war da schon zu Ende. Die beiden Studenten wurden von den Briten abgeholt. Der Moderator spricht mit Hubertus Prinz zu Löwenstein zu hören. Er war zwar bei der anfänglichen Besatzung zwar nicht dabei, sondern fuhr erst kurz vor Silvester auf die Insel. Löwenstein wird als "Spiritus rector" vorgestellt, doch ist unklar, inwieweit die Aktion auf seine Initiative zurückging. Hatzfeld und Löwenstein kannten sich zumindest von der Universität. In jedem Fall hat Löwenstein für die nötige internationale Publicity gesorgt.

Löwenstein betont, dass die "Invasion" keineswegs nationalistisch motiviert war. Vielmehr ginge es um ein geeintes Europa. Die britische Besatzung von Helgoland sei völkerrechtswidrig. Wenn dieser Streit aber gelöst sei, stünde dem deutsch-britischen Verhältnis nichts im Wege.

Dies sind die beiden Aufnahmen zur sogenannten Helgoland-Invasion, die in den Archiven der ARD enthalten sind.

Wie es weiterging

Im Februar 1951 entschied der britische Premierminister Clement Atlee, die Insel innerhalb eines Jahres an Deutschland zurückzugeben. So konnten ab März 1952 die Helgoländer wieder auf ihre Insel ziehen. Wie stark die Heidelberger Invasion diese Entscheidung tatsächlich beeinflusst hat, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Im Februar entschied der britische Premierminister Clement Atlee, die Insel innerhalb eines Jahres an Deutschland zurückzugeben. So konnten ab März 1952 die Helgoländer wieder auf ihre Insel ziehen. Wie stark die Heidelberger Invasion diese Entscheidung tatsächlich beeinflusst hat, darüber gehen die Meinungen auseinander.

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