11.11.1974

Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen nach Tod von Holger Meins und Mord an Günter von Drenkmann

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SWR2 Archivradio

Nach dem Tod des RAF-Mitglieds Holger Meins und dem Attentat auf den Richter Günter von Drenkmann verstärkt das Stuttgarter Innenministerium die Sicherungsmaßnahmen.

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Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in Baden-Württemberg

Das Studiogespräch steht unter dem Eindruck des Tods von Holger Meins im kollektiven Hungerstreik vor zwei Tagen, am 9. November, und dem Anschlag auf den Berliner Kammergerichtspräsidenten Günter von Drenkmann durch die RAF am Vortag, 10. November. Wegen erwarteter weiterer Anschläge geht es um verstärkte Personenkontrollen, aber auch um Personenschutz, z.B. für Dr. Prinzing, den Richter im angehenden Stammheim-Prozess.

RAF-Mitglieder im Gefängnis Stuttgart-Stammheim in Hungerstreik

Die einsitzenden RAF-Mitglieder befinden sich weiter im Hungerstreik. Es gibt Schwierigkeiten, ein unabhängiges Ärzteteam für sie zu finden. Alle drei in Stuttgart-Stammheim einsitzenden RAF-Mitglieder, Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Carmen Roll, lassen keine anderen Ärzte an sich heran. Der Anwalt von Holger Meins, Dr. Croissant, spricht von Isolationsfolter und droht damit, die Gefangenen würden nach dem Hungerstreik in den Durststreik treten.

Alfred Stümper, Sprecher des Baden-Württembergischen Innenministeriums spricht am Telefon davon, dass man "den Baader-Meinhof-Prozess im Lande" habe.

Titel: "Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen in Baden-Württemberg"
Sendung: 11.11.1974, "Südfunk aktuell"
Moderatorin: Andrea Kunsemüller
Reporter: Jochen Heuer

Holger Meins

1.6.1972 Verhaftung von Andreas Baader und Holger Meins

1.6.1972 | Hintergründe und O-Töne von der Polizeiaktion in Frankfurt. BKA-Präsident Horst Herold leitet Großfahndung ein und lässt Fahndungsaufrufe verlesen. | RAF  mehr...

11.11.1974 Nach Tod des Terroristen Holger Meins: Mehr Sicherheitsvorkehrungen

11.11.1974 | Der RAF-Terrorist Holger Meins stirbt am 9. November 1974 als Folge seines Hungerstreiks im Gefängnis im rheinland-pfälzischen Wittlich. Als Reaktion darauf ermordet die sogenannte „Bewegung 2. Juni“ den Präsidenten des Berliner Kammergerichts, Günter von Drenkmann. Bis heute konnten die Täter nicht ermittelt werden. Beide Ereignisse werfen Fragen auf. Vor allem auch in Stuttgart, wo der Prozess gegen die RAF-Terroristen Andreas Baader; Gudrun Ensslin und Carmen Roll bevorsteht, die sich dort im Gefängnis Stammheim befinden. Der Süddeutsche Rundfunk befasst sich damit in der Mittagssendung „Südfunk“. Am Nachmittag des gleichen Tages hat Reporter Jochen Heuer noch weitere Informationen zum Thema.  mehr...

12.11.1974 Untersuchung des Todes von Holger Meins

12.11.1974 | Zum Tod von Holger Meins gibt es jetzt einen ersten Untersuchungsbericht. Meins ist drei Tage zuvor infolge seines Hungerstreiks gestorben. Was der Untersuchungsbericht ergibt, berichtet „Südfunk aktuell“.
Am Folgetag gibt es weitere Ergebnisse, die der rheinland-pfälzische Justizminister Otto Theissen in einer Pressekonferenz verkündet. | RAF  mehr...

15.11.1974 Nach Tod von Holger Meins: Kritik an Ärzten

15.11.1974 | Wurde der RAF-Terrorist Holger Meins im Gefängnis ärztlich angemessen versorgt? Knapp eine Woche nach seinem Tod stellen mehrere Ärzte das infrage. In Frankfurt am Main kommt es deshalb zu einer kleinen Demonstration. Die relativ lange Anmoderation des Berichts spiegelt dabei auch ein wenig die Stimmungslage in jenen Tagen.  mehr...

Geschichte der RAF in Originalaufnahmen

1972 bis 1989 Die RAF und der Deutsche Herbst

Der Herbst 1977 war eine düstere Zeit – geprägt vom Terror der RAF. Der Deutsche Herbst hatte eine lange Vor- und Nachgeschichte.  mehr...

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