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Im Zentrum der Debatte steht die Rede des SPD-Abgeordneten Rudolf Breitscheid. Breitscheid setzt sich mit Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“ auseinander und zeichnet eine düstere Zukunft für die parlamentarische Demokratie.

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Der SPD-Mann kritisiert auch die KPD, weil sie ihren Hauptfeind in den Sozialdemokraten sähe statt in den Nationalsozialisten.

Mehrere Reden drehen sich um Adolf Hitler, obwohl dieser als Österreicher nicht als Abgeordneter im Parlament sitzt. Die Nationalsozialisten betrieben, so die Argumentation der Mitte, mit den Schlägertrupps der SA und großen Propagandaaktionen wie ihren Reden im Sportpalast außerparlamentarischen Widerstand.

Nationalsozialisten sind laut Breitscheid für eine Diktatur der Eliten

Im Zentrum dieses längsten erhaltenen Mitschnitts steht die Rede des SPD-Abgeordneten Rudolf Breitscheid. Breitscheid setzt sich mit Hitlers Buch "Mein Kampf" auseinander und zeichnet eine düstere Zukunft für die parlamentarische Demokratie. Die Nationalsozialisten sprächen sich offen für eine Diktatur der Eliten aus, so Breitscheid. Er stellt alle anderen Themen der aktuellen Politik hinter dem "Kampf gegen den Faschismus" zurück. Er rechnet aus durchaus marxistischer Perspektive mit den Kommunisten im Parlament ab, die seiner Meinung nach das deutsche Großkapital zu stützten, indem sie ihm die Reparationsleistungen an die Alliierten erlassen wollten. Der SPD-Mann hält die KPD für betriebsblind, weil sie ihren Hauptfeind in den Sozialdemokraten sähe statt in den Nationalsozialisten.

Mitglieder der Nationalsozialisten dürfen neuerdings in die Wehrmacht

Nach Breitscheid spricht Reichswehrminister Wilhelm Groener. Er begründet dem Parlament, warum er neuerdings erlaubt habe, auch Mitglieder der Nationalsozialisten zur Wehrmacht einzuziehen: "Der Führer" habe ihm persönlich versichert, dass seine Soldaten "auf jegliche Zersetzungsarbeit in der Wehrmacht" verzichteten. Die Nationalsozialisten quittieren das mit "War nie die Absicht!" Die Fraktion der Kommunisten ist aufgebracht und quittiert diese Äußerung mit Hohn.

Die Redner:

Paul Löbe (Reichstagspräsident)
Wilhelm Groener (Reichsinnen- und Reichswehrminister)
Wilhelm Frick (NSDAP)
Rudolf Breitscheid (SPD)
Eugen Bolz (Zentrum)
Johann Viktor Bredt
Kuno Graf von Westarp
Thomas Esser (Vizepräsident des Reichstags)
Walter Stubbendorff
Jakob-Ludwig Mollath 

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