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SWR2 Archivradio - 35 Jahre Deutscher Herbst 03.06.1991: Urteil in Stammheim - 12 Jahre für Susanne Albrecht

Das harte Urteil gegen Susanne Albrecht werten Prozessbeobachter als Rückschlag für die Kronzeugenregelung, da die RAF-Aussteigerin kooperativ war.

Susanne Albrecht (rechts)

Susanne Albrecht (rechts)

Das Gericht, so der Reporter, der bei der Urteilsverkündung dabei war, sei trotz Kronzeugenregelung sogar über den Antrag der Kläger hinausgegangen. So habe das Gericht im Fall der versuchten Entführung des Bankiers Ponto Frau Albrecht des Mordes schuldig gesprochen, während die Staatsanwaltschaft zuletzt nur noch von „versuchter Entführung mit Todesfolge“ gesprochen habe. Die Verhandlung habe knapp 6 Wochen gedauert. Susanne Albrecht habe sich bei der Urteilsverkündung nur Notizen gemacht. Die gesamte Stimmung sei sehr angespannt gewesen, auch schon im Vorfeld, als es einen starken Besucherandrang gab – „diesmal keine Sympathisanten“.

Frau Albrecht habe sich als reuige Sünderin gezeigt. Sie habe alle Taten zugegeben und noch aktive RAF-Mitglieder aufgefordert, sich von der RAF zu trennen.

 

Aus der Archivdatenbank:         12 Jahre Haft für Susanne Albrecht / Trotz Kronzeugenregelung keine Milde / Die Angeklagte hat den Tod von Bankier Jürgen Ponto billigend in Kauf genommen / Bei diesem harten Urteil ist eine positive Wirkung auf noch aktive Terroristen nicht zu erwarten //


Informationen zum Tondokument:

Sende-/Haupttitel         Südfunk aktuell
Moderator                    Siegfried Höfermann
Reporter                      Andreas Reuter
Länge: 2’33
Archiv des SWR

 

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