1949: Der Neumühler Banden-Prozess Die Beweisaufnahme

Eine große Gangster-Geschichte wird 1949 vor dem Landgericht Zweibrücken verhandelt: 32 Angeklagte, 126 Straftaten. Mord, Raub, Einbruchdiebstahl. Mehrere Jahre lang hatten die Täter einen ganzen Landstrich im Südwesten der Pfalz in Angst und Schrecken versetzt. Jetzt stehen sie vor Gericht.

Prozess sorgt für großes Aufsehen

Fast alle Angeklagten stammen aus einer Siedlung – Neumühle. Die genießt keinen guten Ruf: Verfeindete Familienbanden bekriegen sich gegenseitig, Außenstehende trauen sich kaum hinein.

Der Prozess sorgt für großes Aufsehen. Immer wieder wird ein Vergleich zum „Schinderhannes“ gezogen. Es gibt Tumulte, die Presse schreibt von „Wildwestszenen unter den Augen der Richter“. Auch der SWF berichtet ausführlich – Tonaufnahmen aus dem Gerichtssaal waren kein Problem.

Provisorische Ausstattung, unprofessionelles Vorgehen

Der Prozess zeugt von einer Zeit nach dem Krieg, in der alles provisorisch war, die Polizei hilflos und miserabel ausgestattet. Für Gerichtsreportagen gab es noch keine richtigen Regeln – das Prinzip der Unschuldsvermutung hatten die Reporter noch nicht verinnerlicht ...

Hier die ungekürzten Berichte des Südwestfunks. Der Prozess beginnt am 7. Februar 1949.

Verhandlung zweier Mordfälle

Die Aufnahmen aus dem Archiv des Südwestfunks sind nicht auf den Tag genau datiert. Zu hören ist im weiteren Verlauf die Verhandlung der beiden schwersten Delikte, nämlich der beiden Mordfälle.

Der zweite Mordfall im Neumühler Banden-Prozess ereignete sich auf der Mittelbrunner Mühle – auch hier kommt es im Verlauf des Gerichtsprozessprozesses zu einer Ortsbesichtigung.

Bücher zur Geschichte der Neumühle von Gregor und Albrecht Flickinger (Foto: SWR, SWR - Gabor Paal)
Zwei ehemalige Neumühler haben die Geschichte ihrer Siedlung niedergeschrieben. Gregor Flickinger konzentriert sich auf die Ereignisse, die zum großen Prozess führten und auf seine eigene Rolle dabei. Albrecht Flickinger holt historisch weiter aus. SWR - Gabor Paal
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