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Die jüdische Philosophin und ehemalige Heidegger-Schülerin Hannah Arendt beobachtete in Israel den Eichmann-Prozess und schrieb ihre Gedanken darüber in einem Buch mit dem Titel "Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen" nieder. Sie gelangte darin zu einer neuen Deutung der Nazi-Verbrechen. In einem Gespräch mit dem damaligen NDR-Redakteur und späteren FAZ-Herausgeber Joachim Fest erläuterte sie ihre Thesen.

Der Publizist Micha Brumlik sagte im Gespräch mit SWR2 über das Interview: "So recht Hannah Arendt im Grundsätzlichen hat, hat doch die historische Forschung inzwischen herausgefunden, dass sie sich in Adolf Eichmann getäuscht hat. Das war nicht nur ein Funktionär, sondern ein hasserfüllter und ressentimentgeladener Antisemit. Er hat damals in Jerusalem, flapsig gesprochen, eine Show abgezogen, auf die Arendt hereingefallen ist."

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Gespräch Deutsches Historisches Museum zeigt Hannah Arendt in Kontroversen des 20. Jahrhunderts

Hannah Arendt imponiere noch heute durch „das Wagnis der Öffentlichkeit, das sie eingegangen ist“, so Kuratorin Monika Boll anlässlich der Eröffnung der großen Ausstellung über die Philosophin im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Hannah Arendt stehe für das Bekenntnis, sich als Person im Licht der Öffentlichkeit zu exponieren und für die eigenen Überzeugungen einzutreten. Monika Boll: „Man spürt bei ihr immer: hier spricht jemand, der Urteile auf eigene Rechnung macht“. Die Ausstellung „Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert“ will die Philosophin in den großen Streitfragen ihrer Zeit präsentieren. Darunter fielen zahlreiche wichtige Auseinandersetzungen, so Boll. Neben Arendts bekannter Stellungnahme im Prozess gegen Adolf Eichmann auch ihre umstrittene Stellungnahme im Streit von Little Rock in den USA Ende der 50er Jahre, als es darum gegangen sei, dass auch farbige Kinder am Schulunterricht teilnehmen sollten und Hannah Arendt trotz erheblichen Protests das Recht verteidigt hatte, gesellschaftliche Gruppen bei der Schulwahl faktisch zu diskriminieren. Hier sei Arendt das unterlaufen, was sie sonst an anderen Wissenschaftlern oft kritisiert habe, so Boll. Sie sei zum Opfer ihrer eigenen wissenschaftlichen Theorie geworden.  mehr...

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