12.4.1984

Greenpeace – die "Regenbogenkämpfer"

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Zu den spektakulärsten Protesten gegen die Verklappung von Dünnsäure gehörten die Aktionen der Umweltorganisation Greenpeace. Im Februar 1984 solidarisierten sich die Fischer nahe Bremerhaven mit den Regenbogenkämpfern von Greenpeace. In der gemeinsamen Aktion mit einer Flotte von 54 Fischkuttern protestierten sie auf der Weser und hinderten die Schiffe der Firma Kronos Titan daran, Produktionsabfälle ins Meer zu schütten.

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Protestaktion auf der Wesermündung gegen Dünnsäureverklappung

Im Jugendmagazins "Point" des Süddeutschen Rundfunks vom 12. April 1984 berichtet die Reporterin Ursula Barthold von der spektakulären Greenpeace-Aktion. Sie fand im Februar 1984 statt und richtete sich gegen die Dünnsäureverklappung des Chemieunternehmens Kronos Titan.

Jeden Tag, so die Reporterin, ließen die Tanker von Kronos Titan 1.200 Tonnen Abfall aus der Titandioxid-Produktion in die Weser ab. Nordseefischer berichten von deformierten Schollen und epidemieartigen Krankheiten. Gemeinsam mit Greenpeace übten sie nun Protest. Die Umweltorganisation, so die Reporterin, manage die Aktion fast perfekt: Ein Pressekontakter stehe jederzeit zur Verfügung, Greenpeace-Schlauchboote flitzten, mit Walkie-Talkies ausgerüstet, auf der Weser zwischen den Kuttern umher und koordinierten die Aktion.

Verklappungsgenehmigung nur für ein Jahr verlängert

Ingrid Jütting, Greenpeace-Koordinatorin für Chemie und Nordsee aus dem Hamburger Hauptquartier, erläuterte die Ziele der Aktion über Bordlautsprecher:

"Wir fordern eine sofortige Verlegung des Verklappungsgebietes, weil das bisherige Verklappungsgebiet eine weitere Belastung nicht mehr aushalten kann. Der Nordsee geht der Atem aus. Und es ist höchste Zeit, dass das Verklappungsgebiet wenigstens aus diesem Gebiet weggezogen wird. Wir würden uns einverstanden erklären mit einer übergangsweisen – übergangsweisen – Verlagerung des Gebietes in den Atlantik hinein. Wir fordern weiterhin, dass die Recyclinganlage, deren technisches Know-how kein Problem mehr darstellt, sofort gebaut wird.

Greenpeace, so die Reporterin, beendete die Aktion, nachdem Mitarbeiter von Kronos Titan darum gebeten hätten. Sie fürchteten um ihre Arbeitsplätze, das Unternehmen habe Kurzarbeit angekündigt. Die Umweltschützer hätten jedoch einen Teilsieg errungen: Die Verklappungsgenehmigung sei nur für ein weiteres Jahr verlängert worden. Nicht, wie geplant, für zwei.

Greenpeace: weltweit bekannteste Umweltorganisation

Greenpeace ist bis heute die weltweit bekannteste Umweltorganisation. Sie war zwar nicht die erste, aber diejenige, die am besten wusste, wie man Aufmerksamkeit erregt. Die spektakulärsten Schlachten hat Greenpeace auf dem Meer ausgetragen, wo sich die Aktivisten in den 1980ern mit Schlauchbooten in gefährlichen Manövern den Walfangbooten in den Weg stellen oder, wie hier im Audio, den Schiffen der Firma „Kronos Titan“. Die kippte damals noch regelmäßig giftige verdünnte Schwefelsäure, sogenannte Dünnsäure, ins Meer. Nicht zuletzt zum Ärger der Nordsee-Fischer, die sich damals mit Greenpeace solidarisierten.

Quelle: Süddeutscher Rundfunk. Sendung: Point. Moderation: Stefan Siller. Erstausstrahlung: 12. April 1984

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