25.3.1961

Generalstaatsanwalt Fritz Bauer fordert Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen

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1963 begannen die Frankfurter Auschwitz-Prozesse. Initiiert wurden sie vom Hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Dieser war als Jude während der NS-Diktatur nach Dänemark emigriert.

In einem Interview erklärte Staatsanwalt Fritz Bauer, der bereits den ersten Auschwitz-Prozess vorbereitete, dass deutsche Gerichte die Verbrechen der Nazizeit intensiv aufarbeiten müssten.

Das Interview stand unter dem Eindruck des zeitgleich laufenden Prozesses gegen Adolf Eichmann in Israel.

Eichmann-Prozess

23.5.1960 Israel gibt Festnahme Adolf Eichmanns bekannt

Am 23. Mai 1960 gibt Israels Premierminister David Ben Gurion die Verhaftung Adolf Eichmanns bekannt. Der israelische Geheimdienst Mossad hatte den Organisator des Massenmords an den Juden in Argentinien aufgespürt, entführt und nach Israel gebracht.  mehr...

29.9.1960 Eichmann-Prozess in Vorbereitung – Interview mit Richter Moshe Landau

29.9.1960 | Als in Israel der Prozess gegen Adolf Eichmann näher rückt, ist das internationale Medieninteresse riesig. Und es stellen sich Fragen: Wie soll die Berichterstattung ablaufen? Unter welchen Bedingungen wird die Presse arbeiten können? Dazu äußert sich im folgenden Interview der Vorsitzende Richter Moshe Landau. Es werde keine Militärzensur geben, verspricht Landau. Es werde ein neues Gerichtsgebäude extra für den Prozess errichtet. Die Pressevertreter würden in einem Pressecamp untergebracht werden. Moshe Landau (1912 - 2011) stammte aus Danzig und war 1933 nach Palästina ausgewandert. Die Fragen stellte der in Israel lebende Journalist Mosheh Ya’akov Ben-Gavriel.  mehr...

11.4.1961 Der Eichmann-Prozess beginnt in Jerusalem

Am 11. April 1961 beginnt in Jerusalem der Prozess gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann. Adolf Eichmann hat maßgeblich den millionenfachen Mord an den Juden im Nazi-Regime organisiert. Nach dem Krieg floh er über Österreich und Italien nach Argentinien. 1960 gelang es dem israelischen Geheimdienst Mossad, Eichmann in Argentinien zu finden und nach Jerusalem zu entführen, wo ihm nun der Prozess gemacht wird. Wir hören vom Prozessauftakt zwei Berichte, einen aus der Bundesrepublik, einen aus dem DDR-Rundfunk. Zunächst die Reportage des ARD-Hörfunkkorrespondenten Hans-Joachim Netzer mitsamt der vorangehenden Ansage. Dann folgt der Bericht von Kurt Goldstein im Rundfunk der DDR. Reporter Kurt Goldstein ist selbst ein Holocaust-Überlebender, wie er in seinem Bericht deutlich macht als er sagt, die Verlesung der Anklage hätte bei ihm die Bilder aus seiner Zeit in Auschwitz wachgerufen.  mehr...

15.12.1961 Todesurteil gegen Adolf Eichmann

15.12.1961 | Vor der Urteilsverkündung äußert sich Adolf Eichmann vor dem Gericht in Jerusalem in seinem Schlusswort. Es ist der 13. Dezember 1961. Zwei Tage später, am 15. Dezember 1961, verkündet das Gericht schließlich das Todesurteil, vollstreckt im darauffolgenden Jahr: Adolf Eichmann wurde in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni 1962 durch Hängen hingerichtet.  mehr...

9.11.1964 Hannah Arendt und die "Banalität des Bösen"

9.11.1964 | Die jüdische Philosophin und ehemalige Heidegger-Schülerin Hannah Arendt beobachtete in Israel den Eichmann-Prozess und schrieb ihre Gedanken darüber in einem Buch mit dem Titel "Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen" nieder. Sie gelangte darin zu einer neuen Deutung der Nazi-Verbrechen. In einem Gespräch mit dem damaligen NDR-Redakteur und späteren FAZ-Herausgeber Joachim Fest erläuterte sie ihre Thesen.

Der Publizist Micha Brumlik sagte im Gespräch mit SWR2 über das Interview: "So recht Hannah Arendt im Grundsätzlichen hat, hat doch die historische Forschung inzwischen herausgefunden, dass sie sich in Adolf Eichmann getäuscht hat. Das war nicht nur ein Funktionär, sondern ein hasserfüllter und ressentimentgeladener Antisemit. Er hat damals in Jerusalem, flapsig gesprochen, eine Show abgezogen, auf die Arendt hereingefallen ist."  mehr...

Weitere historische Aufnahmen

Trotz Auschwitz Jüdisches Leben in Deutschland nach 1945

Die Befreiung von Auschwitz bedeutete Neubeginn und Wiederaufbau einer lebendigen jüdischen Gemeinschaft.  mehr...

Stuttgart

Deutsch-jüdisch, jüdisch-deutsch Das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

Im Jahr 2021 feiert die Bundesrepublik Deutschland das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Aus diesem Anlass soll nicht nur gegen das Wiedererstarken des Antisemitismus gekämpft, sondern vor allem auch auf die vielfältigen Lebensrealitäten der Jüdinnen und Juden in Deutschland geblickt werden.  mehr...

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