1990 Geräusche bei der Installation einer Wanze

Die Staatssicherheit installiert eine Abhöreinrichtung. Und überwacht sich selbst. Die Aufnahme besteht praktisch nur aus Geräuschen. Nur zu Beginn hört man eine männliche Stimme, offenbar zum Testen des Mikrofonpegels, eins, zwei drei sagen.

Dauer

Die Kassette nach Angaben der Archivarinnen der Stasi-Unterlagenbehörde in mehrerer Hinsicht typisch: Die Kontrolle der Staatsorgane geht so weit, dass man sich beim Installieren von Abhörmikrofonen selbst abhört.

Was wir nicht hören (dürfen)

Diese Aufnahme enthält in ihrem Original trotzdem einige Stellen, wo ein Agent und eine Agentin sich unterhalten und verschiedene Raumpositionen austesten, am Schluss sogar eine – vermutlich – Vase zertrümmern. Diese Passagen wollte uns jedoch die Behörde nicht zur Veröffentlichung zur Verfügung stellen, aus Gründen des Personenschutzes. Wir hören hier also tatsächlich nur Geräusche bei der Installation einer konspirativen Abhöreinrichtung.

Dass die Aufnahme aus der HVA, also der Abteilung für Auslandsspionage, stammt, könnte ein Hinweis darauf sein, dass diese Wanze in einem Bundesrepublikanischen Haus installiert wurde. Die genaue Datierung der Aufnahme ist nicht mehr möglich, laut Erschließungsakte wird das Band auf Januar 1990 datiert. Das zeigt, dass der Auslandsgeheimdienst der Stasi trotz historischer Wende im November 1989 weiter aktiv war.

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