30.11.1989

Mord an Alfred Herrhausen

STAND
REDAKTEUR/IN
SWR2 Archivradio

Eine Bombe tötet den Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen. Die RAF bekennt sich zur Tat. Doch bis heute konnten die Täter nicht ermittelt werden.

Audio herunterladen (13,4 MB | MP3)

Alfred Herrhausen war ein untypischer Bankchef, der sich der Öffentlichkeit stellte, sich in Osteuropa engagierte und für einen Schuldenerlass gegenüber afrikanischen Ländern warb. Auch war er ein persönlicher Vertrauter des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl.

Kurz vor seiner Ermordung – unmittelbar nach der Maueröffnung – sprach sich Herrhausen in einem Interview für eine rasche Wiedervereinigung aus. Das nährte Spekulationen, wonach die Stasi in den Mord verstrickt war. Der Anschlag, so ein Argument, war viel zu perfekt geplant gemessen an den sonstigen Methoden der RAF.

War die Stasi beteiligt? Oder palästinensische Terroristen?

Es ist bekannt, dass die DDR in früheren Jahren RAF-Mitgliedern Unterschlupf, und auch, dass die Stasi Sondereinheiten hatte, die Sabotage und Terrorakte in der Bundesrepublik trainierte. Doch ob sie tatsächlich auch aktiv wurde, ist bis heute unklar.

Eine weitere Spur führt nach Recherchen des ARD-Journalisten Egmont Koch in den Nahen Osten. Nach seiner Darstellung spreche vieles dafür, dass die Bombe, die Herrhausen tötete, von der "Volksfront zur Befreiung Palästinas" (PFLP) konstruiert wurde.

30.11.1989 Nachruf auf Alfred Herrhausen

30.11.1989 | Am Tag der Ermordung des Deutsche-Bank-Chefs Alfred Herrhausen: ein Nachruf von Sibylle Krause-Burger (SDR).  mehr...

1972 bis 1989 Die RAF und der Deutsche Herbst

Der Herbst 1977 war eine düstere Zeit – geprägt vom Terror der RAF. Der Deutsche Herbst hatte eine lange Vor- und Nachgeschichte.  mehr...

1989 bis 1990 Das Ende der DDR

1989 bis 1990 | Von den Montagsdemonstrationen über die Öffnung der Mauer bis zur Wiedervereinigung.  mehr...

STAND
REDAKTEUR/IN
SWR2 Archivradio