Jüdisches Leben in Deutschland nach 1945 Philipp Jenningers umstrittene Rede im Bundestag

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Philipp Jenningers Gedenkrede zu den Novemberpogromen 1938 löste international Kritik aus. Am 10. November 1988 hielt der ehemalige Bundestagspräsident Philipp Jenninger im Deutschen Bundestag eine Rede, die international für Empörung sorgte und Proteststürme auslöste. Jenninger wollte der Novemberpogrome 1938 gedenken, die sich zum 50. Mal jährten. Er setzte auf das Stilmittel der erlebten Rede, um zu erklären, wie es zur systematischen Verfolgung der Juden in Deutschland kommen konnte. Dabei zitierte er auch einige nationalsozialistische Formulierungen, unter anderem von Reichsführer-SS Heinrich Himmler.
Für seine Gedenkrede erntete Jenninger international viel Kritik. Angeprangert wurde er aber weniger für das, was er gesagt hatte, sondern vielmehr dafür, wie er es gesagt hatte. Bis heute gilt sein Vortrag als Musterbeispiel misslungener Rhetorik. Aufgrund des öffentlichen Drucks trat Jenninger bereits am 11. November, nur einen Tag nach seiner Rede, von seinem Amt als Bundestagspräsident zurück.

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