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Interview: Die Tonaufnahmen und ihre Bedeutung


Christoph König im Gespräch mit Dr. Stefan Wolle, wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums in Berlin.

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Die Tonaufnahmen im Einzelnen

19.1.1989 Honecker: Mauer wird noch in 100 Jahren stehen

19.1.1989 | Die Mauer ("antifaschistischer Schutzwall") schütze die DDR-Bürger vor Ausplünderung, Drogen und den Machenschaften des Westens. Davon zeigte sich Erich Honecker noch Anfang des Jahres 1989 überzeugt. Wenn sich der Westen nicht ändere, werde die Mauer noch in 100 Jahren stehen. So Honecker auf der Tagung des Thomas-Müntzer-Komitees in Ostberlin. Er spricht im folgenden Redeauszug über den Frieden, und den Beitrag, den die DDR dazu leistet. Der USA und Deutschland wirft er Doppelzüngigkeit vor.  mehr...

8.7.1989 Kirchenvertreter fordern DDR-Bürger zum Bleiben auf

8.7.1989 | Auf dem Kirchentag in Leipzig wird die Unzufriedenheit mit dem DDR-Regime deutlich. Mehr als 3000 Oppositionelle kommen in die Stadt, in der sich ohnehin schon jeden Montag in der Nikolaikirche regierungskritische DDR-Bürger treffen.  mehr...

22.8.1989 DDR-Flüchtlinge im Aufnahmelager Schöppingen

22.8.1989 | Über die ungarische Grenze gelingt tausenden DDR-Bürgern im August 1989 die Flucht über Österreich in die Bundesrepublik. Dort landen in Notaufnahmelagern wie im westfälischen Schöppingen.  mehr...

23.8.1989 DDR-Flüchtlinge gelangen über Ungarn nach Österreich

23.8.1989 | Der Zustrom von Flüchtlingen aus der DDR reißt nicht ab. Bis zu 60.000 sind laut inoffiziellen Zahlen schon bis Ende August gekommen. 10.000 davon über Ungarn und Österreich. Aus Österreich berichtet Korrespondent Thomas Gerlach.  mehr...

Spätsommer 1989 DDR-Polizeifunk während Montags-Demonstration

Spätsommer 1989 | Während die Menschen auf den Straßen Leipzigs demonstrieren, fährt die Polizei Streife. Hier ein Mitschnitt des Polizeifunkverkehrs. Das Original-Band stammt von der Stasi-Unterlagen-Behörde.  mehr...

3.10.1989 DDR-Bürger stürmen Prager Botschaft

3.10.1989 | Die Möglichkeit, über Prag und Warschau in den Westen zu reisen, ermuntert zahlreiche weitere DDR-Bürger zur Flucht. An der Botschaft in Prag kommt es zu dramatischen Szenen.  mehr...

30.9.1989 Genscher in Prager Botschaft und die Folgen

30.9.1989 | „Wir sind gekommen, um Ihnen mitzuteilen…“ Außenminister Genscher verkündet den DDR-Flüchtlingen in der bundesdeutschen Botschaft in Prag, „dass heute Ihre Ausreise…“ – Der Rest ging im Jubel unter. Was wenig bekannt ist: Fast zeitgleich verkündet Staatssekretär Jürgen Sudhoff in der Botschaft von Warschau das gleiche – und auch von dort steigen noch in derselben Nacht tausende DDR-Bürger in einen Zug in die Bundesrepublik.  mehr...

4.10.1989 Dresdner wollen auf Flüchtlingszug aufspringen

4.10.1989 | Der zweite Zug mit DDR-Flüchtlingen fährt von Prag Richtung Bundesrepublik. Er muss dabei aber durch die DDR. So berichtet SDR-Korrespondent Gerhard Rein von Menschen am Dresdner Hauptbahnhof, die die Hoffnung hatten, auf eben jenen Zug aufspringen zu können.  mehr...

5.10.1989 Flüchtlings-Zug aus Prag kommt im bayerischen Hof an

5.10.1989 | Der Zug mit den DDR-Flüchtlingen fährt nur sehr langsam durch die DDR und muss oft halten. Am frühen Morgen schließlich rollt er über die deutsch-deutsche Grenze und erreicht um 5:45 schließlich den Bahnhof im fränkischen Hof.  mehr...

6.10.1989 DDR verweigert Einreise von Bundesbürgern

6.10.1989 | Bundesbürger können nun gar nicht mehr nach Ost-Berlin reisen. Die Einreise an den S-Bahnhöfen wird ihnen verweigert.  mehr...

18.10.1989 Erich Honecker tritt ab, Egon Krenz folgt

18.10.1989 | 18 Jahre lang war Erich Honecker SED-Chef, 14 Jahre lang auch Vorsitzender des Staatsrats der DDR. Am 18. Oktober 1989 endet diese lange Ära. Honecker wird zum Rücktritt gezwungen, nachdem er auf die dramatischen Veränderungen in der DDR keine Antwort hatte. Michail Gorbatschow hatte ihn noch gewarnt mit seinem berühmten Satz: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Honecker wird abgelöst von seinem Stellvertreter Egon Krenz – der auch nicht für Reformen und Aufbruch steht.  mehr...

24.10.1989 Reportage von Radio DDR über die Leipziger Montagsdemonstrationen

24.10.1989 | Regierungskritische Töne nun auch in der Berichterstattung des DDR-Rundfunks. Hier in einer Reportage von Radio DDR über die Leipziger Montagsdemonstrationen am 24. Oktober 1989. Der Name des Reporters ist leider nicht archiviert.  mehr...

28.10.1989 Rostocks OB diskutiert mit Demonstranten

28.10.1989 | Demonstranten haben sich vor dem Rostocker Rathaus versammelt. Schließlich kommt Oberbürgermeister Henning Schleiff heraus und beginnt eine längere Diskussion mit den Protestierenden auf dem Thälmannplatz – über alle möglichen Missstände, die die Bürger beschäftigen, die Wohnungsnot, die Ausreiseproblematik oder die Vergünstigungen, die Stasi-Mitarbeiter bekommen. Es handelt sich um einen so nie im Radio gesendeten Roh-Mitschnitt.  mehr...

31.10.1989 Aus für den „Schwarzen Kanal“

31.10.1989 | Die Mauer ist zwar noch nicht gefallen, aber die Umbrüche in der DDR bedeuten bereits das Ende einer Fernseh-Legende: „Der Schwarze Kanal“. Das war die Propagandasendung im DDR-Fernsehen, in der Chefkommentator Karl-Eduard von Schnitzler Stimmung gegen die Bundesrepublik machte, und die immer mit einer verzerrten Version der bundesdeutschen Nationalhymne begann.
„Der Schwarze Kanal“ wird am 31. Oktober 1989 nach fast 30 Jahren abgeschafft. Die letzte Folge endet mit einer Erklärung von Karl-Eduard von Schnitzler. Der Süddeutsche Rundfunk berichtet darüber in seiner Sendung Südfunk aktuell.  mehr...

31.10.1989 SPD diskutiert über Wiedervereinigung

31.10.1989 | Wie hältst du’s mit der Wiedervereinigung? Diese Frage drängt sich Herbst 1989 immer stärker auf, als sich das Ende der DDR in ihrer bisherigen Form ankündigt. Für die Politikerinnen und Politiker der CDU/CSU, aber auch viele in der FDP, ist das damals gar keine Frage: Wiedervereinigung? Natürlich, wenn es möglich ist! – Die SPD tut sich damit schwerer. Viele in der Partei haben Vorbehalte. So befasst sich der SPD-Parteirat mit der Frage – und nebenbei auch damit, wie die Partei mit den rechtsextremen „Republikanern“ umgehen soll. Im Ausschnitt zu hören sind SPD-Chef Hans-Jochen Vogel und der Parteiratsvorsitzende Norbert Gansel. Für den Südwestfunk berichtet Thomas Jung.  mehr...

4.11.1989 Rede von Jan Josef Liefers vor dem Mauerfall

4.11.1989 | Kurz vor dem Mauerfall spricht der Schauspieler Jan Josef Liefers auf der Groß-Demonstrationen auf dem Berliner Alexanderplatz. Es ist die erste offiziell genehmigte Demonstration in der DDR, organisiert von Schauspielern und Mitarbeitern an Ost-Berliner Theatern.  mehr...

4.11.1989 Spionagechef Markus Wolf fordert Erneuerung der DDR

4.11.1989 | Markus Wolf, Spionagechef der DDR, Leiter des Auslands-Nachrichtendienstes im Ministerium für Staatssicherheit, überrascht mit einer Rede auf einer Großdemonstrationen auf dem Berliner Alexanderplatz, fünf Tage vor der Öffnung der Mauer. Wolf kritisiert die DDR-Führung scharf und fordert eine Erneuerung der SED als Partei und der DDR als Staat. Er spricht von einem „erneuerten Sozialismus“ – und wird ausgepfiffen.  mehr...

4.11.1989 Gregor Gysi auf der Großdemonstration auf dem Alexanderplatz

4.11.1989 | Auch der Rechtsanwalt Gregor Gysi spricht auf der Groß-Demonstration auf dem Berliner Alexanderplatz. Gysi gehört der SED an, hat sich aber in den vergangenen Wochen als Anwalt für die Zulassung des oppositionellen Neuen Forums eingesetzt. Darüber spricht er auch jetzt.  mehr...

9.11.1989 „Sofort, unverzüglich“ – Schabowskis Pressekonferenz zum Mauerfall

9.11.1989 | Die berühmten Worte von Günter Schabowski fallen erst ganz am Ende, fast beiläufig, auf der langen Pressekonferenz am Abend des 9. November 1989 in der Berliner Mohrenstraße. Schabowski war Sekretär für das Informationswesen im Zentralkomitee der SED. Hier hören Sie die gesamte Pressekonferenz, an deren Ende Schabowski nicht nur die Öffnung der Mauer begründet, sondern auch in Verlegenheit gerät, als ein ausländischer Korrespondent nach der Zukunft der Mauer fragt.  mehr...

9. und 10.11.1989 Nach der Maueröffnung: DDR-Berichte von der Grenze

9. und 10.11.1989 | Die Nachricht von der Öffnung der Grenzübergänge spricht sich schnell herum. Etliche Berlinerinnen und Berliner machen sich noch in derselben Nacht auf den Weg, um auf die jeweils andere Seite zu gucken. Der DDR-Rundfunk schickt in der Nacht einen Reporter an den Grenzübergang Oberbaumbrücke. Die Brücke führt über die Spree von Friedrichshain nach Kreuzberg.  mehr...

10.11.1989 Sondersendung am Tag nach der Maueröffnung

10.11.1989 | Der Abend nach der Maueröffnung: Es ist viel passiert in den vorausgegangenen 24 Stunden. Die Grenzen in Berlin sind offen. Es ist klar, dass nun für die Deutschen ein neues Kapitel ihrer Geschichte begonnen hat. Abends kurz nach 19 Uhr bringt der Südwestfunk eine Sondersendung, in der die Ereignisse eingeordnet werden. Zu Beginn versucht Moderator Eberhard Ruth eine Verbindung herzustellen zum Korrespondenten in Berlin, Gerd Rüdiger. Der befindet sich mit seinem Ü-Wagen am Grenzübergang Invalidenstraße.  mehr...

SWR2 Archivradio: Der Tag nach der Maueröffnung SWR2

Das letzte Jahr der DDR

10.11.1989 Der Tag nach der Maueröffnung

10.11.1989 | Einen Tag nach Öffnung der Mauer fand vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin eine Kundgebung mit westdeutschen Spitzenpolitikern statt: Walter Momper, Willy Brandt, Hans-Dietrich Genscher und der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl.  mehr...

SWR2 Archivradio: Der Tag nach der Maueröffnung SWR2

4.12.1989 Vermeintlicher Stasi-Mitarbeiter berichtet von Aktenvernichtung

4.12.1989 | Wenige Wochen nach dem Fall der Mauer, ist im DDR-Rundfunk ein Interview mit Sprengkraft zu hören. Ein junger Stasi-Mitarbeiter will gesehen haben, dass sein Vorgesetzter mit Unterlagen im Heizraum verschwindet. Die Stasi vernichtet belastendes Material, das ist die Nachricht.  mehr...

4.12.1989 Sturm auf Stasi-Gebäude in Erfurt

4.12.1989 | Nach den ersten Berichten über angebliche Aktenvernichtungen in der ehemaligen Stasi, kommt es in Erfurt und Ostberlin zu spontanen Kundgebungen. Die Demonstrierenden besetzten dabei auch das Stasi-Gebäude in Erfurt.  mehr...

6.12.1989 Egon Krenz tritt zurück

6.12.1989 | Die Ära von Egon Krenz als Nachfolger von Erich Honecker währt nur 44 Tage. Am 3. Dezember tritt das Zentralkomitee der SED und das Politbüro mit Krenz an der Spitze zurück. Drei Tage später erklärt Krenz auch seinen Rücktritt als Vorsitzender des Staatsrats und des Nationalen Verteidigungsrates. Neues Staatsoberhaupt wird der Liberaldemokrat Manfred Gerlach (LDPD).  mehr...

19.12.1989 Kohl wünscht sich Wiedervereinigung – Rede vor der Dresdner Frauenkirche

19.12.1989 | Kaum war die Mauer gefallen, stand die Frage der Wiedervereinigung im Raum. Es war aber nicht sofort klar, dass und vor allem wie schnell sie kommen würde. Bezeichnend ist die folgende Rede von Helmut Kohl vor den Ruinen der Dresdner Frauenkirche. Kohl spricht zunächst von "konföderativen Strukturen" zwischen den beiden deutschen Staaten, also noch nicht von Wiedervereinigung. Erst in einem Nachsatz schiebt er hinterher, dass sein persönliches Ziel die deutsche Einheit bleibe, wenn die geschichtliche Stunde es zulässt.

Das war gut einen Monat nach dem Mauerfall. Interessant auch die Kluft zwischen dem hörbaren Jubel im Publikum und der Bewertung des Reporters, der am findet, dass es jetzt nicht "die ganz große Rede" war.  mehr...

15.1.1990 Ansturm auf Stasi-Zentrale in Ostberlin

15.1.1990 | Nach der Stürmung der Stasi-Gebäude in Erfurt, in Leipzig, Suhl und Rostock ist am 15. Januar 1990 auch die Zentrale in Ostberlin dran. Es ist der Höhepunkt der Proteste. Wütende Bürgerinnen und Bürger stürmen die Zentrale in der Normannenstraße. Die Besetzung eskaliert.  mehr...

1.7.1990 D-Mark für die DDR: Stunde Null auf dem Alexanderplatz

1.7.1990 | Mit dem Juli kommt die Währungsunion. Eine Filiale der Deutschen Bank am Alexanderplatz gibt schon um Mitternacht die ersten DM-Scheine aus. Der Andrang ist groß. Es gibt Tumulte. Im Getümmel werden Menschen ohnmächtig und verletzt. Wer nicht an den Schalter kommt, ist sauer. Wer schon die D-Mark in der Tasche hat, singt und feiert auf dem Platz die Nacht der Währungsunion.

Aber nicht jedem ist nach Feiern zumute. Konrad Weiß, Mitglied der Bürgerrechtsbewegung und Regisseur, kommt in Südfunk Aktuell zu Wort. Er findet, die Währungsunion komme zu schnell und die ideellen Werte der Bewegung würden vergessen.  mehr...

31.8.1990 Der Einigungsvertrag

31.8.1990 | Der Wille war da, aber es der Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR war kein Selbstläufer. Es wurde gerungen und brauchte einige Anläufe, bis die Wiedervereinigung schriftlich besiegelt wurde. Die schwierigsten Verhandlungsthemen waren: Der Umgang mit den Stasi-Unterlagen und die Frage der Abtreibung.  mehr...

3.10.1990 Der Moment der Wiedervereinigung

3.10.1990 | Es ist Mitternacht: Auf dem Platz der Republik läuten die Glocken und dann spricht Bundespräsident Richard von Weizsäcker die erste Worte zum wiedervereinigten Deutschland. Obwohl fast alle Rundfunkanstalten diesen Moment übertrugen, ist er nur in den wenigsten archiviert. Bemerkenswert auch: Nach der kurzen Ansprache Weizsäckers hört man ihn noch sagen "Jetzt muss die Nationalhymne kommen". Nach den ersten Tönen ermuntert ihn Hannelore Kohl noch: "Sag was zur Hymne." Doch dabei bleibt es. Nach der Nationalhymne ist dieser "offizielle Teil" erledigt.  mehr...

Archivradiogespräch

SWR2 Wissen: Archivradio Der Fall der Mauer und das Ende der DDR

Der Mauerfall 1989 leitete das Ende der DDR ein. Tondokumente aus Ost- und Westdeutschland zeigen, wie sich die Wende anbahnte.  mehr...

SWR2 Wissen: Archivradio SWR2

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