Mittlerer Osten

Afghanistan von der NATO allein gelassen – Angst vor Taliban und Bürgerkrieg

STAND
AUTOR/IN

Audio herunterladen (27 MB | MP3)

ARD-Korrespondentin Silke Diettrich war als einzige Journalistin dabei, als der letzte deutsche Flieger ausgeflogen ist, zusammen mit Afghanen, für die der heimliche Abzug wie ein Schlag ins Gesicht war.

Es war mitten in der Nacht, die afghanische Armee war nicht eingeweiht: So haben die Bundeswehr und auch die USA ihre Stützpunkte im Land verlassen.

Frauen und Kinder geraten zwischen die Fronten – vor allem, seitdem die meisten NATO-Soldaten abgezogen sind (Foto: SWR, Silke Diettrich, ARD-Studio Neu-Delhi)
Frauen und Kinder geraten zwischen die Fronten – vor allem, seitdem die meisten NATO-Soldaten abgezogen sind Silke Diettrich, ARD-Studio Neu-Delhi Bild in Detailansicht öffnen
Sahar trainiert jede Woche mit anderen Mädchen für das Rennrad-Nationalteam in Afghanistan. Wenn Islamisten sagen, Mädchen gehören nicht aufs Rad, sagt Sahar: Dann erst recht! Silke Diettrich, ARD-Studio Neu-Delhi Bild in Detailansicht öffnen
Fühlen sich im Stich gelassen: Ortskräfte, die für die Bundeswehr im Dienst waren Silke Diettrich, ARD-Studio Neu-Delhi Bild in Detailansicht öffnen
Zivilisten bewaffnen sich und bilden die letzte Front vor Masar-e Scharif Silke Diettrich, ARD-Studio Neu-Delhi Bild in Detailansicht öffnen
Sie bilden nun die letzte Front vor Masar-e Scharif: Milizen und bewaffnete Zivilisten Silke Diettrich, ARD-Studio Neu-Delhi Bild in Detailansicht öffnen
Sie sind Taxifahrer, Bäcker oder Dorfvorsteher. Nun greifen sie zu den Waffen, um sich gegen die Taliban zu wehren Sie sind Taxifahrer, Bäcker oder Dorfvorsteher. Nun greifen sie zu den Waffen, um sich gegen die Taliban zu wehren Bild in Detailansicht öffnen
Sogar der afghanische Verteidigungsminister hat die Menschen im Land aufgerufen, sich zu bewaffnen und gegen die Taliban zu kämpfen Silke Diettrich, ARD-Studio Neu-Delhi Bild in Detailansicht öffnen
Ashmatullah zieht nun an die Front. Er ist eigentlich Taxifahrer, will nun seine Stadt aber vor den Taliban verteidigen Silke Diettrich, ARD-Studio Neu-Delhi Bild in Detailansicht öffnen
Nach fast 20 Jahren Einsatz: Der letzte deutsche Flieger verlässt Afghanistan Silke Diettrich, ARD-Studio Neu-Delhi Bild in Detailansicht öffnen

Zeitgleich nehmen die Taliban immer mehr Bezirke im Land ein und umzingeln die Provinzhauptstädte.

Im ganzen Land ist eine große Unruhe ausgebrochen: Viele befürchten einen Bürgerkrieg oder haben Angst davor, dass die dunklen Zeiten des islamischen Emirats der Taliban wieder bevorstehen. Andere können es kaum erwarten, bis der letzte ausländische Soldat das Land verlassen haben wird.

Corona, Yoga, die Liebe in Indien und die Angst in Afghanistan Erfahrungen der ARD- Korrespondentin Silke Diettrich

Die Südasien-Korrespondentin Silke Diettrich berichtet davon, wie in ihrer unmittelbaren Umgebung Menschen an Corona sterben, wie die indische Politik Yoga instrumentalisiert und Eltern die Ehen ihrer Kinder arrangieren.   mehr...

SWR2 Tandem SWR2

Mittlerer Osten Afghanistans schleichender Niedergang – Bestandsaufnahme in Kabul

Fast täglich erleben die Menschen in Kabul Gewalt. Haroon hat die Regierung beraten, er ist sich sicher: Wenn der Westen den Geldhahn zudreht, kollabiert Afghanistan sofort.  mehr...

SWR2 Wissen SWR2

Porträt zum 100. Geburtstag Andrej Sacharow – Vom Bombenbauer zum Menschenrechtler

Erst entwickelte Andrei Sacharow (21. Mai 1921 - 14. Dezember 1989) die sowjetische Wasserstoffbombe, dann wurde er zu einem der berühmtesten Menschenrechtler in der Sowjetunion.  mehr...

SWR2 Wissen SWR2

Militäreinsätze sind keine Lösung Jan van Aken über Afghanistan

Die Gefahr ist real, dass Afghanistan wieder in die Hände der Taliban fällt, nach dem Abzug der internationalen Truppen aus dem Land. Afghanistan könnte sogar insgesamt zu einer Zäsur werden für die westliche Interventionspolitik. „Ich drücke alle Daumen, dass das hier im Westen zu einem Nachdenken führt“, sagt der Linken-Politiker Jan van Aken.
Mit Militär von außen in einem Land einzugreifen, führe nicht zu Demokratie und einer Verbesserung der Verhältnisse, sondern meist in den Bürgerkrieg. Die Ursprungsbegründung des Krieges in Afghanistan war „Rache für den Terror des 11. Septembers 2001“ und das sei in der internationalen Politik schon etwas Neues gewesen.
Menschenrechte hätten bei dem Einsatz in Afghanistan im Grunde keine Rolle gespielt, so Jan van Aken. Nur ein langsamer „Wandel durch Annäherung“ und nicht militärische Einsätze könne die Menschenrechtsverhältnisse in anderen Ländern langfristig gesehen verbessern, meint der Linken-Politiker.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

STAND
AUTOR/IN