Medizin Forscher entwickeln Impfstoff gegen Katzenhaarallergie

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Schweizer Forscher machen Allergie geplagten Katzenliebhabern und -liebhaberinnen Hoffnung. Die Wissenschaftler der Universität Zürich entwickeln einen Impfstoff gegen die Katzenhaarallergie: der soll jedoch nicht den Menschen, sondern den Tieren gespritzt werden.

Seit bald 10.000 Jahren werden Katzen als Haustiere gehalten - als Freund, Spielgefährte oder als Mäusefänger. Doch etwa zehn Prozent der Menschen reagieren auf Katzen allergisch.

Nur symptomatische Behandlung bei Katzenhaarallergie

Die Allergie äußert sich ganz unterschiedlich - weiß der Immunologe Martin Bachmann von der Universität Bern:

"Es kann leichtes Jucken und Tränen in den Augen sein, aber es kann auch im Prinzip lebensbedrohendes Asthma sein."

So unterschiedlich wie die Symptome sind auch die Versuche, die allergischen Reaktionen zu bekämpfen: In den meisten Fällen werden Betroffene mit Kortison oder mit Antihistaminika behandelt. Damit behandelt man allerdings nur die Symptome, nicht die Krankheit selbst.

Der Immunologe Martin Bachmann von der Universität Bern (Foto: Pressestelle, Dietrich Karl Mäurer / Uni Bern)
Der Immunologe Martin Bachmann von der Universität Bern entwickelt einen Impfstoff zur Katzen. Pressestelle Dietrich Karl Mäurer / Uni Bern

Allergen kommt aus dem Speichel

Ursache der Katzenhaarallergie sind allerdings nicht - wie man meinen möchte - die Haare, sondern ein körpereigenes Protein der Tiere namens 'Fel d 1'. Es kommt in Körperflüssigkeiten der Katzen vor, vor allem im Speichel, erklärt Martin Bachmann: Wenn sich die Katze mit der Zunge säubert, gelangt das Allergen aus dem Speichel auf die Haare.

Das Allergen wird mit dem Speichel auf das Fell übertragen.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Das Allergen wird mit dem Speichel auf das Fell übertragen. Picture Alliance

Impfung bei Katzen verhindert Verbreitung von Allergenen

Die Universität Zürich und ein extra gegründetes Tochterunternehmen, dessen Leiter Martin Bachmann ist, forschen seit Jahren im Kampf gegen die Allergie. Dabei setzen sie nicht etwa beim allergischen Menschen an, sondern bei den Katzen. Sie versuchen, den Ausstoß dieser Allergene zu verhindern. Und zwar, indem sie Katzen gegen das Allergen immunisieren. Antikörper im Körper der Katze binden die Allergieauslöser und werden damit auch nicht mehr von der Katze weitergegeben.

Die Katzen bekommen den Wirkstoff einfach unter die Haut gespritzt. Ganz ähnlich wie bei einer Grippeschutzimpfung bewirkt das Mittel die Bildung von Antikörpern.

Durch Impfung können Katzen gegen das potentielle Allergen immunisiert werden.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Durch Impfung können Katzen gegen das potentielle Allergen immunisiert werden. Picture Alliance

Allergen wird als Virus getarnt

Dafür nehmen die ForscherInnen um Martin Bachmann das Allergen und sorgen dafür, dass es wie ein Virus aussieht. Dann reagiert die Katze mit einer starken Immunantwort, vor allem mit der Produktion von Antikörpern gegen das Allergen 'Fel d 1'. 

Impfstoff bei Katzen erfolgreich getestet


Eine Forschungsgruppe der Uni Zürich hat den Impfstoff getestet. Das Mittel sei verträglich und sicher. Auch halte die Impfung eine Weile an. Etwa 70 Tiere wurden bereits geimpft - erzählt Martin Bachmann - mit einem Doppeleffekt:

"Es gibt zwei Aspekte. Einerseits werden die allergischen Symptome beim Menschen reduziert. Und wir konnten auch zeigen, dass der Besitzer die Katze mehr streichelt, wenn man sie immunisiert hat,  dass es mehr Interaktion gibt zwischen dem Besitzer und der Katze. Also es ist gut für die Katze und für den Menschen."

Martin Bachmann
Mit dem neuen Impfstoff für Katzen können Allergiker und Allergikerinnen vielleicht bald wieder aufatmen. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Mit dem neuen Impfstoff für Katzen können Allergiker und Allergikerinnen vielleicht bald wieder aufatmen. Picture Alliance

Impfstoff scheint Katzen nicht zu schaden

Bleibt die Frage, ob das Protein bei den Katzen nicht eine Funktion hat, die nach der Impfung nicht mehr erfüllt wird. Bislang weiß man nicht genau, welche Funktion dieses Allergen 'Fel d1' bei der Katze hat, so der Immunologe Martin Bachmann.
Studien haben jedoch ergeben, dass die Katzen keine Probleme haben, wenn man sie immunisiert. Zudem gibt es Katzen, die natürlicherweise praktisch kein 'Fel d1' Protein haben und auch keine Probleme haben."

Auch ein Impfstoff für Hunde soll entwickelt werden

In weniger als drei Jahren soll der Impfstoff auf den Markt kommen. Dann dürfen auch Allergiker ihren Lieblingen ganz nah sein. Angedacht ist übrigens auch ein Impfstoff für Hunde. Dessen Entwicklung sei allerdings etwas komplizierter.

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