Klimawandel Mangroven breiten sich aus

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16:05 Uhr
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SWR2

Eigentlich sind die tropischen Mangrovenbäume rund um den Äquator zuhause. Doch durch den Klimawandel breiten sich die Bäume immer weiter aus – Richtung Norden.

Aus den Tropen sind die Mangrovenbäume nicht wegzudenken. Auch an den Küsten im Everglades-Nationalpark haben sie sich auf das Klima eingestellt. Doch sie kommen mittlerweile auch immer weiter im Norden vor. Durch den Klimawandel wird es hier wärmer und so fühlen sich auch die tropischen Mangrovenbäume immer wohler.

Satellitenaufnahmen belegen, dass bereits zwischen 2003 und 2010 das von Mangroven bewachsene Gebiet Floridas um 70 Prozent gewachsen ist. Beobachtungen, mit denen der Biologe John Kominoski aus Florida gerechnet hat: „Wir hören im Augenblick viel vom Klimawandel, der in der Arktis vor sich geht. Dort steigen die Temperaturen und bringen die Gletscher zum Schmelzen. Aber nun messen wir auch höhere Temperaturen in den Subtropen.“

Mangroven im Everglades Nationalpark (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Arco Images G. Schulz)
Die Mangroven im Everglades Nationalpark haben sich in den letzten Jahren auch in Richtung Norden ausgebreitet. picture alliance / Arco Images G. Schulz

Mangroven gut fürs Klima

Im Vergleich zu anderen Baumarten können die Mangroven besonders viel Kohlenstoffdioxid aus der Luft filtern. Und das ist gut für uns Menschen. Denn Kohlendioxid ist eines der Gase, die zum Treibhauseffekt beitragen.

Die Mangroven helfen auch ganz konkret im Kampf gegen den steigenden Meeresspiegel. Wo sie an der Küste stehen, hebt sich der Boden. Die Mangrovenbäume können zwar Wellen so nicht stoppen, aber sie sind nicht mehr so schnell. Die Küste wird dann vom Meer langsamer abgetragen.

Moorlandschaften werden überwuchert  

Die Ausbreitung der Mangroven hat aber nicht nur Vorteile. So könnten die Mangroven flache Moorlandschaften überwuchern, sagt Ökologin Samantha Chapman von der Villanova Universität in Pennsylvania: „Die Mangroven werden bald die bisherigen Sumpflandschaften dominieren. Und das heißt, es wird dort künftig eine Menge Schatten geben, wenn die Bäume erst einmal die Oberhand gewinnen.“ Schatten hindert manch andere Pflanzen an ihrem Wachstum. Einige Vögel mögen Mangroven ebenfalls nicht, weil sie im Sumpf nach Nahrung suchen.

Alligator in den Mangrovenwäldern von Florida (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Eibner-Presse/Foto: Mario Hommes)
Alligatoren fühlen sich im Gegensatz zu manchen anderen Tierarten in den Mangrovenwäldern wohl. picture alliance / Eibner-Presse/Foto: Mario Hommes

Ferienhäuser plötzlich mit schlechterer Sicht zum Meer

Uns Menschen könnten die Mangroven in Zukunft die schöne Aussicht vor den Ferienhäusern blockieren. Denn die wurden errichtet, als die Landschaft flach war und der Blick frei bis zum Wasser schweifen konnte. In Florida haben die Anwohner bereits den Kürzeren gezogen: Für das Fällen oder auch nur das unprofessionelle Beschneiden der Bäume wurde hier eine Strafe von 50.000 US-Dollar festgesetzt.

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