Horst Gross

Ein Anästhesist und Intensivmediziner, der auch Radio macht. Wie kommt das?

Vor meinem Medizinstudium konnte ich ein bisschen bei den Publizisten reinschnuppern. Dabei habe ich das Radio für mich als Medium entdeckt.

Zudem haben Medizin und Hörfunk durchaus Gemeinsamkeiten, denn man muss nah ran an die Menschen. Und: Interessante Interviews bauen häufig auf Vertrauen auf – genau wie ärztliche Gespräche.

Horst Gross (Foto: SWR, privat)
Horst Gross, Anästhesist, Intensivmediziner, Autor privat

Meine Themenschwerpunkte sind die Ecken und Kanten der modernen Medizin. Ich habe mich für Angehörige interessiert, die der Medizinbetrieb übersehen hat im SWR2 Wissen „Hirntod – Ein umstrittenes Konzept“. Oder versucht, die falschen Vorstellungen über das Risiko von „Operationen im hohen Alter“ zu korrigieren, denn die sind oft sicherer als ihr Ruf.

Dazu beobachte ich mit Sorge, dass die ökonomisierte Medizin zunehmend das Wesentliche aus den Augen verliert: die zugewandte Begleitung von kranken Menschen, auch in der Sterbephase.

Für das SWR2 Wissen „Übertherapiert“ habe ich deshalb recherchiert, wann medizinische Behandlungen sinnlos sind. Viele der Themen, die ich journalistisch aufgreife, begegnen mir in der täglichen Arbeit an einer Berliner Klinik.

Außer für SWR2 Wissen und den Deutschlandfunk arbeite ich für medizinische Fachmedien.

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