Erderwärmung Plantagen in der Wüste gegen Klimawandel

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Sendedatum
Sendezeit
16:05 Uhr
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SWR2

Simulationen der Uni Hohenheim zeigen: Wenn man bestimmte Wüstenregionen begrünt, kann man das lokale Klima verbessern. Christoph König im Gespräch mit Professor Dr. Volker Wulfmeyer.

Mit Plantagen das Klima beeinflussen

„Wenn Sie Plantagen in die Wüste pflanzen, dann bekommen wir Effekte auf die Temperatur zum einen, aber tatsächlich auch auf die Wolkenbildung und den Niederschlag, der dort erzeugt werden kann,“ sagt der Meteorologe Prof. Wulfmeyer. So kann das Klima regional beeinflusst werden. Plantagengrößen von fünf mal fünf oder zehn mal zehn Kilometern können gut gemanagt werden. Wichtig dabei sei die Homogenität der Fläche, so Wulfmeyer, damit die gewünschten Effekte entstehen können.

Volker Wulfmeyer, Direktor des Instituts für Physik und Meteorologie an der Universität Hohenheim (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Marijan Murat/dpa)
Volker Wulfmeyer, Direktor des Instituts für Physik und Meteorologie an der Universität Hohenheim Foto: Marijan Murat/dpa

Jojoba-Pflanze eignet sich für die Plantagen

Da die Jojoba-Pflanze widerstandsfähig ist und wenig Wasser benötigt, ist sie für den Plantagen-Anbau geeignet. Um die Pflanzen zu bewässern, könne Wasser aus Meerwasserentsalzunganlagen oder auch Abwasser genutzt werden: „Man glaubt es vielleicht kaum, aber in den meisten Wüstenregionen fließen die Abwasser ungebremst in die Wüste und werden nicht weiter genutzt. Das sind natürlich ideale Quellen, die wir dann auch für unsere Plantagen benutzen könnten“, stellt Wulfmeyer fest.

Jojoba - Weibliche Blüte der sich entwickelnden Frucht (Simmondsia chinensis) (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Mary Evans Picture Library)
Jojoba - Weibliche Blüte der sich entwickelnden Frucht (Simmondsia chinensis) picture alliance/Mary Evans Picture Library

Gegenwärtige Plantagen noch wirkungslos

Auf der arabischen Halbinsel gibt es schon Plantagen von einigen Quadratkilometern, allerdings zeigen diese hinsichtlich der Klimabeeinflussung noch keine Wirkung. Dies liege daran, dass es keine geschlossenen Plantagen sind, sondern es befinden sich zwischen einigen Hundert Metern an Plantagen immer noch Wüstenabschnitte.

Auch bei Wiederaufforstungsprojekten beispielsweise in Äthiopien seien die Effekte der Wolkenbildung nicht zu sehen, da die Baumflächen zu heterogen sind. Eine ideale Plantage existiert also heute noch nicht, jedoch könnte diese durch ein Schließen der Lücken in den bestehenden Plantagen leicht hergestellt werden, meint Wulfmeyer.

Jojoba-Plantage (Foto: Pressestelle, Universität Hohenheim / Oliver Branch)
Jojoba-Plantage: Eine Studie der Universität Hohenheim zeigt, wo sie am effektivsten dazu beitragen können, dem Klimawandel entgegenzuwirken. Bildquelle: Universität Hohenheim / Oliver Branch Pressestelle Universität Hohenheim / Oliver Branch

Globale Klimabeeinflussung durch Plantagen schwer erreichbar

Theoretisch könnte auch das globale Klima von den Plantagen beeinflusst werden, allerdings ist es bis dahin noch ein langer Weg: „Da sind wir Größenordnungen weg davon. Bis man so was sehen würde, da müsste man Jahre oder Jahrzehnte aufforsten und riesige Flächen erzeugen über Hunderte von Kilometern“, sagt Wulfmeyer.

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