Digitalisierung Mit smarten Laternen für mehr Sicherheit

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16:05 Uhr
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SWR2

In Kaiserslautern sind jetzt selbst die Lichtmasten „smart“: In einem Pilotprojekt testet die Stadt Laternen, die mehr können als nur den Gehweg zu erhellen...

Hinter dem Hauptbahnhof in Kaiserslautern kann es ganz schön düster sein. Aber: Hier auf dem Fauthweg gibt seit kurzem eine intelligente Straßenbeleuchtung. Die insgesamt 10 Laternen, die auch vorher schon auf dem 300 Meter langen Weg standen, wurden umgerüstet. Auf den ersten Blick sehen sie ganz normal aus - auf den zweiten Blick fällt aber auf, dass die erste Laterne hier am Weg einen gelben Schalter hat, wie an einer Fußgängerampel. Wer will, kann die Helligkeit der Leuchten über diesen Schalter selbst erhöhen – gleich ist der Weg weniger düster.

Martin Verlage, Geschäftsführer von KL.digital, hat die Leuchten mit entwickelt und schon einige positive Rückmeldungen bekommen:

„Eine junge Frau hat berichtete, sie wäre häufiger hier und müsste auch abends nach Hause hier den Fauthweg hochlaufen. Und jetzt mit der neuen Beleuchtung würde sie sich viel sicherer fühlen.“ Der Sicherheitsaspekt sei ein wesentlicher Punkt, den sie mit dem Projekt erreichen möchten, erklärt Verlage.

Mit einem Schlater kann man die Helligkeit der Lampen beeinflussen (Foto: SWR)
Passanten können mit so einem Schalter selber beeiflussen, wie hell die Beleuchtung wird.

Doch es geht nicht nur um Sicherheit – auch die Umwelt spielt eine Rolle: Die Leuchten sind mit stromsparenden LEDs ausgestattet. Außerdem soll die Lichtverschmutzung verringert werden. Das bedeutet, dass das Licht nicht so sehr streut, sondern fast nur dort hingelenkt wird, wo es auch hin soll, sagt Martin Verlage.

Die Leuchtenköpfe verfügen demnach über eine neue Spiegeltechnik, mit der das LED-Licht weiter und gleichmäßiger auf die Fläche ausgebracht werden kann. „Dadurch gibt’s kaum noch dunkle Ecken und die Beleuchtung kann auch sehr hell geschaltet werden, sollte es einmal erforderlich sein.“ Zum Beispiel, wenn Unfälle passieren und die Umgebung für die Einsatzkräfte besonders ausgeleuchtet werden muss.

Die intelligenten Straßenlaternen erfassen auch, wie viele Fußgänger unterwegs sind. Damit soll künftig besser vorhergesagt werden können, wie sich der Verkehr bewegt. Auch, um Staus zu vermeiden. Außerdem messen die Leuchten Luftdruck und Temperatur. Bei unter 4 Grad im Winter wird eine Glättewarnung auf den Boden projiziert, damit niemand ausrutscht.

Was nach technischer Spielerei klingen mag, ist für Kaiserslautern ein Experimentierfeld. Und der Fauthweg ist aufgrund des hohen Fußgängeraufkommens gut dafür geeignet, sagt Martin Verlage. „Die Pilotstrecke dient dem Austesten von neuer Technologie und welchen Nutzen auch die neue Technologie den Bürgern bringen kann.“  

Informationen zu den smarten Laternen (Foto: SWR)
Kaiserslautern nimmt an dem Modellprojekt "Smart Cities" teil - die neuen Straßenleuchten sind dabei nur ein Beispiel für die Digitalisierung der Stadt.

In Zukunft könnte diese Technologie an allen 14.000 Straßenleuchten von Kaiserslautern Standard werden, ausprobiert wird es an den zehn in der Fauthstraße.

Kaiserslautern ist eine von 13 Städten in Deutschland, die am Modellprojekt „Smart Cities“ teilnehmen und vom Bund gefördert werden. Auch vom Land gibt es Unterstützung. Zurzeit arbeitet die Stadt an der Umsetzung von acht Digitalisierungsprojekten.

Dabei geht es unter anderem um Bildung in Kindertagesstätten und um teil-automatisiertes Fahren - und eben um das Projekt Fauthweg, mit dem Kaiserslautern nach Angaben von KL.digital nun die längste intelligente Strecke von Straßenleuchten in Rheinland-Pfalz hat.Neben den technischen Fragen wir auch die Akzeptanz in der Bevölkerung getestet.

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