Bettina Rühl in Mogadischu (Foto: SWR, privat)

Bettina Rühl

Auch nach drei Jahrzehnten der Reportagen und Features empfindet es Bettina Rühl als Privileg, sich hautnah mit Ereignissen beschäftigen zu können, die andere nur „aus den Medien“ kennen.

Sie spricht selbst mit Flüchtlingen in afrikanischen Ländern und macht sich ein Bild von ihren Hoffnungen und Schwierigkeiten, wenn andere von „der Flüchtlingskrise“ reden. Sie befragt deutsche Soldaten im brandgefährlichen Norden Malis, wenn die Politik über Sinn und Unsinn von Militäreinsätzen im Ausland debattiert.

Sie trifft afrikanische Jugendliche, die sich nicht in die Missstände ihrer Heimatländer fügen und stattdessen „Paris in Afrika“ bauen wollen. Und sie versucht jedes Mal wieder neu, die oft komplexen Wirklichkeiten verständlich und anschaulich zu vermitteln.

An Afrika fasziniert sie, dass sich Leben dort in seinen grundsätzlichen Widersprüchen zeigt: charismatische Alltagshelden stehen neben Kriegsverbrechern, Widerstandsgeist neben Resignation, Hilfsbereitschaft neben Größenwahn und Ausbeuterei.

„Fast immer geht es um Wesentliches“, sagt sie. Dass es manchmal gefährlich ist, Kriegsverbrecher oder Drogenschmuggler zu treffen, oder dass sie für Recherchen in Somalia schwerbewaffnete Eskorten anheuern muss, nimmt sie in Kauf, um die Realitäten vor Ort begreifen zu können.

Ihre Features wurden u. a. mit dem Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien ausgezeichnet, dem Prix Europa für die beste Radiorecherche und dem Robert-Geisendörfer-Preis.

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