Artenschutz Deshalb ist die Giraffe bedroht

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Auf der Weltartenschutzkonferenz in Genf soll die Giraffe in das Artenschutzabkommen CITES aufgenommen werden, denn die Tiere sind bedroht, der Bestand hat sich deutlich verringert.

Innerhalb von drei Generationen ist der Bestand der Giraffen um bis zu 40 Prozent zurückgegangen. Vor 30 Jahren gab es etwa 150.000 Tiere, heute sind es noch etwas mehr als 100.000.

Diese Entwicklung ist bedrückend, findet Arnulf Köhncke, Leiter der Abteilung Artenschutz bei der Umweltstiftung WWF. Lange Zeit sei nicht klar gewesen, wie stark die Zahl der Giraffen zurückging. Erst seit einigen Jahren gibt es dazu mehr Daten, die ausgewertet werden konnten. Es wurde klar: Es gibt einzelne Unterarten der Giraffe, die sehr stark zurückgegangen sind - einige um mehr als die Hälfte.

Giraffe steht in Savanne (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance / imageBROKER)
Für Giraffen steht immer weniger Lebensraum zur Verfügung. Picture Alliance / imageBROKER

Für den Rückgang der Giraffen gibt es zwei Hauptgründe:

  • Den Tieren steht weniger Lebensraum zur Verfügung. Giraffen brauchen große, weitläufige Flächen, da sie natürlicherweise Wanderungen unternehmen.
  • Giraffen werden illegal gejagt - gerade in Krisenregionen. Denn die Wilderei ist bei den großen Tieren sehr effizient: Mit nur einem Schuss kann man eine große Menge Fleisch erbeuten. Dazu kommt, dass es als Mensch relativ leicht ist, eine Giraffe zu jagen: Sie bleiben oft stehen und beobachten den Angreifer, statt zu flüchten.

Laut Arnulf Köhncke ist der Antrag, die Giraffen in die CITES-Liste aufzunehmen, ein guter erster Schritt - aber auch nicht mehr. CITES reguliere den internationalen Handel mit Pflanzen und Tieren und man habe damit schon gute Erfolge erzielt. Aber um die Giraffe wirklich zu schützen, bräuchte man weitere Maßnahmen: Einen umfassenden Schutz des Lebensraums und ein konsequentes Vorgehen gegen die lokale, illegale Jagd von Giraffen.

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