Aidsprävention Kassen zahlen vorbeugende Mittel gegen HIV

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16:05 Uhr
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SWR2

Bestimmte Medikamente gegen HIV können eine Ansteckung verhindern. Diese Präexpositionsprophylaxe (kurz PrEP) wird jetzt für Risikogruppen von Krankenkassen bezahlt.

In den nächsten zehn Jahren könnten vorbeugende Mittel gegen HIV rund 21.000 Ansteckungen in Deutschland verhindern – das hat eine Hochrechnung der Unis Rotterdamm und Duisburg ergeben. Die deutsche Aidshilfe spricht deshalb von einem Meilenstein in der HIV-Prävention.

Besserer Schutz bei regelmäßiger Einnahme

Schon länger weiß man, dass das Aidsmedikament Truvada nicht nur bereits Erkrankten hilft, sondern auch vorbeugend wirkt: Wer die Tabletten täglich nimmt, ist so sicher vor Aids erregenden Viren geschützt wie mit einem Kondom. Wer ab und an mal eine Pille auslässt, ist deutlich weniger geschützt.

Blister mit dem Medikament Emtricitabin (Foto: picture-alliance / Reportdienste,  Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ZB)
Krankenkassen übernehmen künftig bei Risikogruppen die Kosten für so genannte Präexpositionsprophylaxe (kurz PrEP) Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ZB

HIV-Vorbeugung für 40 Euro im Monat

Nach langem Ringen zahlen nun die gesetzlichen Krankenkassen für Truvada und zugelassene Nachahmerpräparate. Die Kosten sind von früher rund 800 auf etwa 40 Euro im Monat gesunken.

Die Präexpositionsprophylaxe, kurz PrEp soll Menschen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko schützen: etwa homosexuelle Männer, die selten Kondome nutzen, Partner von HIV-Infizierten und Drogenabhängige. Nur Ärzte mit einer Zusatzqualifikation dürfen die PreP-Pillen verordnen – wer ein Rezept will, muss älter als 16 sein.

Arzt im Gespräch mit Patienten (Foto: SWR, SWR -)
Ärzte benötigen für die Verschreibung von PrEp-Medikamenten eine entsprechende Qualifikation. SWR -

PrEp-Medikamente haben auch Nebenwirkungen

Die vorbeugende Behandlung darf nur nach ausführlicher Beratung starten, außerdem sind regelmäßige Kontrollen vorgeschrieben. Denn die Mittel haben in seltenen Fällen auch schwere Nebenwirkungen: Knochen und Niere können leiden.

Außerdem schützt die PreP nur vor HIV, nicht vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Syphilis, Tripper oder Chlamydien – das ist ein klarer Nachteil gegenüber Kondomen.

Aufklärungsmaterial: Holzpenis und Kondom (Foto: SWR, picture-alliance / dpa -)
Kondome haben den Vorteil, dass sie auch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. picture-alliance / dpa -
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