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Seit 12 Jahren ist Olaf Kosinsky aus Mainz überzeugter Wikipedianer. Als Ehrenamtler organisiert er unter anderem lizenzfreie Fotos von Parlamentarier*innen für Wikipedia-Einträge. Als Selbständiger berät Olaf Kosinsky Unternehmen und Institutionen in Sachen Wikipedia, denn für Außenstehende ist es schwer, einen guten Artikel zu schreiben. Seine Kritik an der freien Enzyklopädie: Wikipedia muss offener und einladender werden.

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Olaf Kosinsky mit Erwin Sellering beim Fototermin (Foto: Pressestelle, Wikimedia Commons)
2013, Erwin Sellering, Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, beim Fototermin für Wikipedia, rechts neben ihm Olaf Kosinsky Pressestelle Wikimedia Commons

Kosinskys Lieblingsthemen sind Politik, Geschichte und seine Heimatregion Mainz und Rheinland-Pfalz. Er sammelt Fotos und Informationen, die er gerne in vorhandene Artikel einbaut, um sie noch informativer zu machen. Für Olaf Kosinsky ist Wikipedia aber nicht nur ein Hobby, er verdient auch sein Geld damit: Er berät Firmen und Institutionen beim Verfassen ihrer Einträge, liefert ihnen vorab Artikel-Entwürfe. Moralisch sei das kein Problem, sagt er, denn seine Kunden veröffentlichen unter ihrem eigenen Namen. Außerdem müsse ein dritter Wikipedianer den Artikel freigeben.

Demokraten wichtig für Wikipedia

Die Gefahr der geschönten Darstellung, gerade bei Unternehmen, hält Olaf Kosinsky für gering. Denn das sogenannte Whitewashing werde meistens nach kurzer Zeit entdeckt und von anderen Wikipedianern wieder zurückgenommen. Für viel gefährlicher hält er versteckte politische Manipulationen, die nur durch soziale Kontrolle entdeckt und entfernt werden können.

Damit dieser Kontroll-Mechanismus auch wirklich funktioniert, müssen sich viele, demokratisch denkende Menschen an dem Wikipedia-Projekt beteiligen. Auch deshalb wünscht sich Olaf Kosinsky, dass das freie Internet-Lexikon offener und einladender wird. Wikipedia müsse raus aus dem Digitalen, so Kosinsky. Menschen seien entscheidend, nicht das Geld, die Menschen müssten motiviert werden. Was eine ehrenamtliche Community leisten könne, sehe man jeden Tag bei Wikipedia, aber diese Basis müsse man aktiv erweitern.

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