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Freiburg Stefan Meier: "Nie seine Überzeugung versteckt"

Stolperstein in der Merianstr. 11

Kommunisten und Sozialisten hatten die nationalsozialistischen Machthaber besonders im Visier. Ihnen drohten Verhaftung, lange Gefängnisstrafen und die Vernichtungslager der Nazis.

Die Aufnahme zeigt Stefan Meier mit einer Zigarre im Mund

Zigarrenhändler Stefan Meier

Kurzbiografie:

Stefan Meier (*6.11.1889) aus Neustadt im Schwarzwald wuchs bei einem Onkel in St. Georgen (Freiburg) auf. Mit 16 Jahren begann er eine kaufmännische Lehre. Ein Jahr später trat er in die SPD ein. Von 1909 bis September 1910 war Stefan Meier beim Militär, danach bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs in verschiedenen Betrieben als Handlungsgehilfe tätig.

Soldat im Ersten Weltkrieg

Von 1914 bis 1918 diente Stefan Meier als Soldat im Ersten Weltkrieg. Im Juli 1915, noch während des Krieges, verlobte er sich mit Emma Hofheinz. Aus der Ehe ging die Tochter Margarete, spätere Huber, und Sohn Richard hervor.

Die politische Karriere beginnt

Im Mai 1919 übernahm Stefan Meier erste politische Aufgaben in der Kommunalpolitik: Er wurde Stadtrat in Freiburg und SPD-Parteisekretär für den Kreis Freiburg. 1922 machte sich Stefan Meier als Zigarrenhändler in der Freiburger Merianstraße selbständig. Im Jahr 1924 zog er erstmals in den Reichstag der Weimarer Republik ein und vertrat dort den Wahlkreis 32 (Baden). Im März 1933 war Stefan Meier einer von 94 Abgeordneten, die gegen die Annahme des Ermächtigungsgesetzes stimmten, das die juristische Grundlage für die Errichtung der NS-Diktatur bildete und das schließlich mit einer Mehrheit von 444 zu 94 Stimmen angenommen wurde.

eine Porträtzeichnung von Stefan Meier

Porträtzeichnung von Stefan Meier

Erste Inhaftierung

Von März 1933 bis März 1934 wurde Meier als "Schutzhäftling" im Konzentrationslager Ankenbuck bei Villingen gefangen gehalten. Anschließend hielt er sich politisch zurück und betrieb sein Tabakgeschäft weiter. Freiburger Widerstandsgruppen unterstützte er finanziell. Im Oktober 1941 wurde Meier, nach der Denunziation durch eine Nachbarin, erneut verhaftet und vom Landgericht Freiburg wegen "Wehrkraftzersetzung" beziehungsweise "Vorbereitung zum Hochverrat" zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Unmittelbar nach der Verbüßung seiner Haft wurde Stefan Meier ins Konzentrationslager Mauthausen überführt, wo er im September 1944 ums Leben kam.