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Freiburg Sofie Levi: Ihre letzte Reise führte nach Palästina

Stolperstein in der Karlstraße 2

Der Terror der Nazis gegen Juden war auch ein Ausdruck von Begehrlichkeiten. Man hatte es auf die Vermögen der Opfer abgesehen. Instrumente der staatlich organisierten Ausplünderung waren etwa die Arisierung oder die Judenvermögensabgabe. Ein besonders perfides Mittel waren bei älteren Juden die sogenannten Heimeinkaufsverträge, die ihnen vor ihrer Deportation nach Theresienstadt aufgezwungen wurden.

Kurzbiografie:

Sofie Levi (*1872 in Baisingen in Württemberg) war mit dem Arzt Josef Levi verheiratet. Mit ihm hatte sie vier Kinder. Deren Ausbildung in Freiburg wurde mit Mitteln aus ererbtem Vermögen finanziert.

Der älteste Sohn Oskar war Medizinstudent, als er im Ersten Weltkrieg den Tod fand. Unter dem Eindruck des Naziterrors verließen die anderen drei Kinder Deutschland. Die Eltern blieben zunächst zurück, bereiteten dann aber doch noch ihre Flucht vor. Zu spät.

1942 wurden die Levis ins Ghetto Theresienstadt verschleppt. Zuvor eigneten sich die Nazis ihr komplettes Vermögen an. Im Gegensatz zu ihrem Ehemann Josef, der in Theresienstadt verhungerte, überlebte Sofie Levi die Deportation.

Vorder- und Rückseite eines sogenannten Heimeinkaufvertrages

Beispiel eines sogenannten Heimeinkaufsvertrages: Die Unterzeichner investierten Teile ihres Vermögens und hofften sich so einen angenehmen Aufenthalt in einer Altersresidenz im Ausland gesichert zu haben. Sofie Levi und ihr Mann kamen danach nach Theresienstadt.

historische Aufnahme des Wohnhauses in der Karlstraße 2 in Freiburg

Karlstraße 2 in Freiburg, hier wohnte Familie Levi vor ihrer Deportation