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Baden-Baden Gerhard Durlacher: Eine Kindheit am Abgrund

Stolperstein in der Lichtentaler Str. 56

Was bedeutet eine vom Nationalsozialismus überschattete Kindheit? Kann man ein neues Leben nach einer Jugend im KZ beginnen? Erinnerungen des Auschwitz-Überlebenden Gerhard Durlacher.

Gerhard Durlacher und seine Mutter 1933

Gerhard Durlacher und seine Mutter 1933

Kurzbiografie:

Gerhard Durlacher (*1.10.1928) flüchtete 1937 mit seinen Eltern nach Rotterdam und später nach Apeldoorn in Holland. 1942 wurde die Familie in das holländische Transitlager Westerbork deportiert, 1944 von dort aus nach Theresienstadt und dann nach Auschwitz verschleppt. Die Eltern überlebten die Todeslager nicht. Gerhard Durlacher kehrte im Mai 1945 nach Holland zurück.

"Eine kurze Zeit schmecke ich Jugend"

So beschreibt Gerhard Durlacher seine Jahre in Rotterdam und Apeldoorn, aber mit 14 Jahren wurde er deportiert. Seine Ehefrau Anneke wirft einen Blick auf die wenigen erhaltenen Familienfotos:

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"Eine kurze Zeit schmecke ich Jugend"

Akustisches Fotoalbum: Durlachers Ehefrau Anneke erzählt

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"Die Eltern, die umkamen, waren für ihn wie Heilige. Erst später merkte er, dass es seinen Vater gar nicht so gemocht hatte...."

"Die Eltern, die umkamen, waren für ihn wie Heilige. Erst später merkte er, dass es seinen Vater gar nicht so gemocht hatte...."

Ein Fototermin mit Vorbehalten: Gerhard Durlacher ca. 1934

"Der wirkliche Gerhard": Aufnahme von Gerhard Durlacher im Jahr 1947

Der Stolz des Vaters: Sein Auto, der Adler. Davor posieren Gerhard Durlacher (li.) mit einer Tante und den Eltern ca. 1936

"Er konnte sich nicht erlauben, ein junger Mensch in der Pubertät zu sein": Gerhard Durlacher (li.) mit seiner Mutter und Vater in Apeldoorn (Holland) ca. 1940

Leben mit einem Überlebenden

Es dauerte Jahrzehnte bis Gerhard Durlacher seine autobiografischen Schriften verfasste.

Auch seine Tochter, die Schriftstellerin Jessica Durlacher, beschäftigt sich in ihren Romanen mit der Frage, wie man ein neues Leben nach einer Jugend in Auschwitz beginnen kann und welche Auswirkungen der Holocaust für die nachfolgende Generation hat.

Jessica Durlacher und ihre Mutter Anneke Durlacher schildern den Alltag mit einem Auschwitz-Überlebenden jeweils aus ihrer Perspektive.
Mehr dazu in der Spalte rechts.


"Nirgends war es warm und sicher"

In seinem Buch erzählt Gerhard Durlacher aus der Perspektive des kleinen Jungen von seiner Kindheit in Baden-Baden. Lesen Sie nachfolgend einen Auszug aus Gerhard Durlachers Buch "Ertrinken. Eine Kindheit im Dritten Reich". [mehr ...]