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Stuttgart Friedrich Enchelmayer: Tödliche Odyssee

Stolperstein in der Aberlin-Jörg-Straße 12

Friedrich Enchelmayer war homosexuell und erlebte eine tödliche Odyssee durch verschiedenste Haftanstalten und Konzentrationslager. Er wurde im KZ Neuengamme ermordet. Nahezu alle Spuren seines Lebens sind ausgelöscht.

Porträtfoto von Friedrich Enchelmayer, bei dem er direkt in die Kamer blickt

Friedrich Enchelmayer

Kurzbiografie:

Friedrich Enchelmayer (*13.8.1908) wuchs als Halbwaise in Stuttgart auf. Sein Vater war im Ersten Weltkrieg gefallen. 

Friedrich Enchelmayer machte eine Ausbildung zum Dreher, bewegte sich im Arbeitermilieu. Es ist nicht bekannt, ab wann er seine Homosexualität bewusst wahrnahm und auch lebte.

Wegen Verstoßes gegen Paragraph 175 stand er erstmals im Jahr 1934 vor Gericht. Er wurde zu einem Jahr Haftstrafe verurteilt.

1937 musste Friedrich Enchelmayer eine zweijährige Zuchthausstrafe antreten. Im Sommer 1940 folgte die sogenannte Sicherheitsverwahrung im KZ Dachau, dann die Überführung ins KZ Sachsenhausen und schließlich am 30. September die letzte Station: das KZ Neuengamme.

Friedrich Enchelmayer starb am 9.11.1940 im KZ. Als offizielle Todesursache wurde die Diagnose "Herzschlag" angegeben.  

Ausschnitt aus der Familienchronik, dabei sit ein Name durchgestrichen

Auszug aus der Familienbibel -1928 wurde Friedrich Enchelmayer gestrichen.

schwarzumrandete  Trauerkarte, handbeschrieben

Die Trauerkarte, mit der Enchelmayers Mutter über den Tod ihres Sohnes informierte: "Bad Cannstatt 6.4.1941. In tiefer Trauer teile ich Euch mit, dass mein lieber Sohn Friedrich am 9.11.40 unerwartet rasch an einem Herzschlag erlegen ist. [...]"