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Theaterbühne mit einem Stuhl

Das Ende der Stubenhocker Wer länger sitzt, ist eher tot

Rauchen gefährdet die Gesundheit – das ist eine Binsenweisheit. Doch jetzt belegen Studien: Wer stundenlang sitzt, gefährdet diese ebenfalls.

Kinder und Jugendliche, aber auch Studierende drücken die Schulbank – natürlich im Sitzen. Die meisten Berufstätigen gehen heute ins Büro und arbeiten dort - natürlich im Sitzen. Hinzukommen: Autofahren, Fernsehen, Essen und so weiter. Der Mensch ist nicht für das stundenlange Sitzen gemacht - darüber sind sich Medizinerinnen und Mediziner einig und sprechen mittlerweile von einer eigenen Krankheit. Und die hat Folgen.

Wir fahren mit dem Auto zur Arbeit, nehmen den Aufzug ins Büro und arbeiten im Sitzen. Und statt in der Freizeit herumzuspringen, hockt der Durchschnittsdeutsche auch dann noch am PC. Das summiert sich bei vielen auf 7 bis 9 Stunden täglich.

Zu viel Ruhezustand

Dabei wird der Stoffwechsel komplett heruntergefahren, in eine Art Ruhezustand. Unsere Herzfrequenz und unser Blutdruck sinkt ab, das hat zur Folge, dass wir letztendlich weniger Energie verbrennen.

Verbrennt der Körper jedoch weniger Energie, kann es zu Übergewicht und erhöhten Diabetesrisiko kommen. Besonders gefährlich ist das Bauchfett, der Wohlstandsring, den fast jeder kennt.

Ein Mann sitzt in einem Kinosessel.

Der Mensch ist nicht für das stundenlange Sitzen gemacht - darüber sind sich Medizinerinnen und Mediziner einig

Fettgewebe ist nicht gleich Fettgewebe. Es gibt ein Fettgewebe, was im tiefen Inneren des Bauches sitzt und insbesondere Botenstoffe produziert, die das Wirken des körpereigenen Insulins abschwächen.

Mehr Appetit und weniger Muskeln

Damit steigt der Blutzucker an und der Körper braucht deutlich mehr Insulin. Das ist wiederum appetitanregend und man kommt in eine Art Teufelskreis.

Hinzu kommt, dass diese Botenstoffe im Immunsystem entzündliche Prozesse auslösen können und somit die Verkalkung der Herzkranzgefäße fördern und das Herzinfarktrisiko steigern. Doch auch der Muskulatur bekommt die Stubenhockerei ganz und gar nicht.

Gerade im Bereich der Wirbelsäule wird der Stoffwechsel der Bandscheibe durch eintönige Arbeit sehr eingeschränkt. Doch die Bandscheibe lebt von der Bewegung. Auch die Muskeln der Hüfte, des Rückens, der Beine und des Bauches stellen sich auf die Sitzposition ein.

Leerer Stuhl am Schreibtisch eines Arztes

Gerade am Arbeitsplatz sollte man die Sitzpositionen häufig wechseln, oder beim Telefonieren stehen oder herumgehen

Damit kommt es zu Abschwächungen bestimmter Muskeln und auch zu Längenveränderungen von Muskeln. Sie verlieren an Kraft, sind nicht mehr so dehnfähig.

Sitzen bringt Körper aus dem Gleichgewicht

Die Gelenke, aber auch die Wirbelsäule, die von den Muskeln ummantelt werden, stehen dann nicht mehr in einem ausgewogenen Verhältnis. Rückenschmerzen sind die Folge. Das stundenlange Herumsitzen, auch wenn es bequem erscheint, steht ebenfalls in Verdacht, das Darmkrebsrisiko zu erhöhen.

Denn die Forschung vermutet, dass es durch Sitzen zu einer Darmträgheit kommt. Und man weiß, wenn es länger dauert, den Darminhalt zu transportieren, dass die Entwicklung entzündlicher Veränderungen am Darm und damit auch die Tumorentstehung erhöht wird.

Eine Familie sitzt vor dem Fernseher auf dem Sofa.

Expertinnen und Experten sprechen bereits von der Sitzkrankheit

Das Sitzen ist nach neuesten Erkenntnissen neben Übergewicht, Rauchen und erhöhten Blutdruck ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vieles andere mehr. Expertinnen und Experten sprechen bereits von der Sitzkrankheit.

Reduzierte Sitz-Zeiten

Es gibt Studien, die zeigen, dass die Lebenserwartung durch das dauerhafte Sitzen abnimmt. Und genauso gibt es eine Studie mit 400.000 Probanden, die gezeigt hat, dass schon 15 Minuten am Tag körperliche Aktivität die Lebenserwartungen steigen lässt.

Durch Sport lassen sich allerdings die negativen Auswirkungen des dauerhaften Sitzens nicht komplett kompensieren, allenfalls günstig beeinflussen. Die weitverbreitete Annahme, dass drei Stunden Sport pro Woche die Bewegungslosigkeit vollständig ausgleicht, ist widerlegt, erklärt die Sportwissenschaftlerin Claudia Hacke. Der relativ kurzen aktiven Phase stehen die langen der Ruhe und Inaktivität gegenüber. Andere Lösungen sind gefordert.

ältere Frau zieht die Beine bei einer Yoga-Übung an

Mit kleinen Veränderungen bei den Sitzgewohnheiten und viel Abwechslung kommt man in der Summe ohne weiteres auf die geforderten 30 bis 60 Minuten tägliche Bewegung

Eine aktuelle Studie zeigt, dass es viel effektiver ist, wenn man versucht, die Sitz-Zeit zu reduzieren. Das scheint effektiver zu sein, als die körperliche Aktivität zu erhöhen.

Wechseln, Dehnen, Strecken

Täglich zwei bis drei Stunden sitzen sind eigentlich genug. Das kann man sich allerdings nicht immer aussuchen. Um trotzdem etwas gegen die Inaktivität und damit das Gesundheitsrisiko "Sitzen" zu tun, muss man nicht unbedingt ins Sportstudio gehen. Der Fokus sollte auch auf den Alltagsbewegungen liegen.

Man kann beispielsweise die Sitzpositionen häufig wechseln, oder beim Telefonieren stehen oder herumgehen. Wenn man im Haus unterwegs ist, kann man auch mal die Treppen nehmen anstatt den Fahrstuhl.

So kommt man in der Summe ohne weiteres auf die geforderten 30 bis 60 Minuten tägliche Bewegung. Und auch für Menschen, die sich bei der Arbeit nicht über Bewegungsmangel beklagen können, ist das kein Grund, träge zu sein. Auch hier gilt, je mehr Bewegung, je mehr Impulse man setzen kann über den Tag verteilt, desto besser ist es für die Gesundheit.

Im Programm

darin bis 8.30 Uhr:
u. a. Pressestimmen, Kulturmedienschau und Kulturgespräch

Musikliste:

Frédéric Chopin:
2. Satz Scherzo aus der Cellosonate g-Moll op. 65
Tatjana Vassiljeva (Violoncello)
Jean Neuburger (Klavier)
Pasquale Anfossi:
1. Satz Allegro aus der Sinfonia "Venezia"
Orchestra da Camera di Napoli
Leitung: Enzo Amato
Marc Mangen:
Lovely as ivory
Marc Mangen Trio
Franz Ignaz Beck:
1. Satz aus der Sinfonie Es-Dur op. 1 Nr. 4
New Zealand Chamber Orchestra
Leitung: Donald Armstrong
Edward Elgar:
Harmoniemusik Nr.1
Athena Ensemble
Ludwig van Beethoven:
3. Satz Allegro aus dem Streichquartett D-Dur op. 18 Nr. 3
Emerson String Quartet
Omer Avital:
New song
Omer Avital (Bass)
Avishai Cohen (Trompete) und Ensemble
Carl August Nielsen:
Humoreske d-Moll, Fantasiestück op. 2 Nr. 2
Albrecht Mayer (Oboe)
Markus Becker (Klavier)
Francesco Onofrio Manfredini:
1. Satz Allegro aus dem Concerto undecimo c-Moll op. 3 Nr. 11
Les Amis de Philippe
Leitung: Ludger Rémy
Johann Sebastian Bach:
3. Satz aus dem Italienischen Konzert F-Dur BWV 971
Angela Hewitt (Klavier)
Chris Walden:
Lost in the memory
Courtney Fortune (Vocal)
Chris Walden Big Band
Johannes Brahms:
3. Satz Andantino aus dem Klarinettenquintett h-Moll op. 115
Sabine Meyer (Klarinette)
Alban Berg Quartett
Jean-Joseph Cassanéa de Mondonville:
1. Satz Allegro aus der Sonate a quattro op. 3 Nr. 5
Les Musiciens du Louvre
Leitung: Marc Minkowski
Joseph Haydn:
5. Satz aus dem Sreichquartett B-Dur op. 1 Nr. 1
Hagen Quartett
Wolfgang Amadeus Mozart:
"Figaros Hochzeit", Duett Gräfin-Susanna (3. Akt), bearbeitet für Harmoniemusik
Linos-Ensemble
J. Russel Robinson:
Eccentric rag
Ellery Eskelin (Saxophon)
Christian Weber (Bass)
Michael Griener (Perkussion)
Brad Mehldau:
X. In the kitchen aus der Suite "April 2020"
Brad Mehldau (Klavier)