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Ensemble Gli Scarlattisti singt Kirchenmusik von Michael Praetorius Runder, sauberer Chorklang

CD-Tipp vom 28.03.2017

CD-Cover Carus

CD

Titel:
Gloria sei dir gesungen | Choralkonzerte • Choral concerts
Interpret:
Gli Scarlattisti | Jochen Arnold
Komponist:
Michael Praetorius
Label:
Carus 83.482

Michael Praetorius lebte und wirkte im Übergang von der Renaissance- zur Barockzeit als Theologe, Gelehrter, Komponist, Organist und Kapellmeister u. a. am Braunschweig-Wolfenbüttelschen und am Dresdener Hof. Seine letzten fünf Lebensjahre bis zu seinem Tod an seinem 50. Geburtstag, 1621, war er als wandernder Orgelsachverständiger und Kapellorganisator bzw. vor allem auch Kapellreorganisator unterwegs und richtete diverse musikalische Feierlichkeiten an Nord- und Mitteldeutschen Höfen aus.

Vielleicht ist Praetorius in Dresden mit der neuen Musik aus Italien in Berührung gekommen, über Heinrich Schütz, der in Venedig an der Quelle studiert hatte. Praetorius trat fürderhin für sie ein, in seinen kenntnisreichen theoretischen Werken und in seiner beeindruckenden Art, den protestantischen Choral in diese neue, klangprächtige, konzertante Musik einzuflechten. Das hat Schule gemacht.

Faszinierende Welt kaum bekannter Choralkonzerte – darunter vier Weltersteinspielungen
Der Kirchenmusiker und evangelische Theologe Jochen Arnold und sein Ensemble Gli Scarlattisti eröffnen uns mit dieser CD die faszinierende Welt der kaum bekannten Choralkonzerte von Praetorius, wobei sie zum Reformations-Jubiläum die Werke auf Luthers Kirchenlieder besonders bedenken. Vier der 14 Werke sind sogar Weltersteinspielungen. Im runden und sauberen Chorklang und ausgewogen zwischen Stimmen und Instrumenten, zeigen sie uns, wie geschmeidig und in der Botschaft gut verständlich sich der protestantische Choral mit dem katholisch-italienischen Klanggeflecht verschmelzen lässt, und so sogar zu neuer Sinnlichkeit findet.

Die solistischen Partien werden von Chormitgliedern gesungen, die warm und unaufdringlich aus dem Chor heraustreten und sich verbindend wieder einfügen. Brillant und einfühlsam mit dabei die Capella principale, die vor allem in den italienischsten der Choralkonzerte auch ihre Virtuosität unter Beweis stellen kann, wie etwa im „Wachet auf, ruft uns die Stimme“.

CD-Tipp vom 28.3.2017 aus der Sendung „SWR2 Cluster“

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